{"id":402,"date":"2023-05-03T21:50:07","date_gmt":"2023-05-03T19:50:07","guid":{"rendered":"https:\/\/schuelerzeitung-ass.de\/?p=402"},"modified":"2023-05-03T21:50:07","modified_gmt":"2023-05-03T19:50:07","slug":"ukrainische-kinder-in-deutschland-einblicke-in-die-neue-intensivklasse","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schuelerzeitung-ass.de\/?p=402","title":{"rendered":"Ukrainische Kinder in Deutschland \u2013 Einblicke in die neue Intensivklasse"},"content":{"rendered":"\n<p>von Sofia Davidovic; Marlon Kranz<\/p>\n\n\n\n<p>Seit Anfang des letzten Jahres hat sich das Leben vieler ukrainischer B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger mit dem Start des Krieges im Februar 2022 in ihrem Heimatland stark ver\u00e4ndert. Dies k\u00f6nnen wir auch an unserer Schule beobachten. Regelm\u00e4\u00dfig kommen Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler ukrainischer Herkunft und verschiedenen Alters in die Intensivklasse 2 (IK 2) der Albert-Schweitzer-Schule (ASS) an, wo sie zun\u00e4chst die deutsche Sprache erlernen. Doch wie kommen diese an der ASS mit dem Unterricht, der Sch\u00fcler- und Lehrerschaft und dem neuen Alltag zurecht? Dazu haben wir uns mit einigen von ihnen und ihren Lehrkr\u00e4ften unterhalten und uns \u00fcber ihr Schulleben hier an der ASS informiert.<\/p>\n\n\n\n<p>Ihren Schulstart bezeichneten sie als einfach und er hinterlie\u00df einen guten Eindruck. Sie best\u00e4tigten au\u00dferdem, dass man mit ihnen respektvoll und hilfsbereit umgehe. Zus\u00e4tzlich k\u00e4men ihnen die Lehrerinnen und Lehrer immer entgegen, indem sie ihnen den Unterrichtsstoff verst\u00e4ndlich erkl\u00e4ren.<\/p>\n\n\n\n<p>Einige der Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler, die schon l\u00e4nger hier sind, besuchen neben dem IK-Unterricht ebenfalls einige Unterrichtsf\u00e4cher, z.B. Mathematik, Musik und Sport in den Regelklassen der ASS. Die Kinder dieser Klassen seien auch freundlich, obwohl die Verst\u00e4ndigung nicht immer einfach sei.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf die Frage, ob das Schulleben hier mit dem ukrainischen vergleichbar sei, verrieten sie uns, dass es diverse Unterschiede gebe. Zum einen meinten sie, dass die Schule dort schwerer sei und nur bis zur elften Klasse gehe. Au\u00dferdem beginne die Schule t\u00e4glich um 8:30 Uhr. Die F\u00e4cher in der Ukraine seien den deutschen \u00e4hnlich, allerdings etwas anders aufgebaut. Einige F\u00e4cher wie Politik und Wirtschaft oder Ethik gebe es in dieser Form nicht. Daf\u00fcr unterrichte man aber beispielsweise Inlands- und Auslandsliteratur als Fach.<\/p>\n\n\n\n<p>Zudem erz\u00e4hlten uns die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler, was ihnen an unserer Schule gef\u00e4llt und \u00e4u\u00dferten ihre Kritik. So w\u00fcrden ihnen vor allem der Schulhof und die digitalen Tafeln gefallen, da es bei ihnen Kreidetafeln gebe. Explizit lobten sie das Essen in der Mensa und w\u00fcnschten sich das ukrainische Gericht \u201eBorschtsch\u201c als optimale Erg\u00e4nzung des Mittagsmen\u00fcs. Etwas st\u00f6rend hier sei der Zustand der Toiletten und mancher Klassenr\u00e4ume.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch wie werden Lernende, die zun\u00e4chst wenige bis gar keine Deutschkenntnisse haben, eigentlich unterrichtet? Hierzu haben wir uns mit der IK 2-Klassenlehrerin, Frau Seuffert, getroffen, um die Unterrichtsweise n\u00e4her kennenzulernen. Diese erz\u00e4hlte uns, dass ihr Unterricht in der IK im Vergleich zum regul\u00e4ren gewisse Unterschiede aufweise. Sie erkl\u00e4rte, dass es drei Niveaustufen gebe, welche sich unter anderem aus den Deutschkenntnissen zusammensetzten. Sie m\u00fcsse vor allem darauf achten, den Lernenden kenntnisgerechte Arbeitsmaterialien zu geben.<\/p>\n\n\n\n<p>Da die h\u00e4ufige Arbeit mit \u00dcbungsbl\u00e4ttern schnell uninteressant werden kann, m\u00f6chte Frau Seuffert den Unterricht, der auch immer die ukrainische Heimat und Beispiele daraus mit einbezieht, abwechslungsreich gestalten. So bastelte die Klasse beispielsweise an Halloween Figuren, wie Geister, um Vokabeln zu lernen und sp\u00e4ter \u00fcber \u201eErschreck-Figuren\u201c aus der Ukraine zu sprechen. Auch h\u00f6rten sie ukrainische Lieder an, die sie zuvor auf Englisch erkl\u00e4rt hatten.<\/p>\n\n\n\n<p>Um den Folgen aufgrund der traumatisierten Erlebnisse der Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler Rechnung zu tragen, versucht Frau Seuffert nicht \u00fcber den Krieg zu sprechen und eine Bindung zu ihnen aufzubauen. Hierf\u00fcr kommt sie ihnen h\u00e4ufig bei Schwierigkeiten mit einem deutsch-ukrainischen \u00dcbersetzungsprogramm entgegen und l\u00e4sst sich zur Motivation von ihnen einzelne ukrainische Vokabeln beibringen.<\/p>\n\n\n\n<p>Au\u00dferdem erz\u00e4hlte sie uns von einem f\u00fcr sie emotionalen Ereignis, bei welchem sie einige ihrer Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler auf dem Kulturfest der Nationen in Offenbach besucht hatte. Als sie daraufhin von ihnen umarmt wurde, ber\u00fchrte sie das sehr.<\/p>\n\n\n\n<p>Laut Frau Seuffert sollen \u201eukrainische Kinder sp\u00fcren, dass sie hier aufgenommen und willkommen sind und es w\u00e4re sch\u00f6n, wenn es so weitergeht\u201c. Auch wir sind froh, dass sich die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler bei uns wohlf\u00fchlen und Unterst\u00fctzung von den Lehrkr\u00e4ften und der Sch\u00fclerschaft erhalten. Au\u00dferdem hoffen wir, dass dies weiterhin so fortgef\u00fchrt wird und alle gut behandelt werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Sofia Davidovic; Marlon Kranz Seit Anfang des letzten Jahres hat sich das Leben vieler ukrainischer B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger mit dem Start des Krieges im Februar 2022 in ihrem Heimatland stark ver\u00e4ndert. Dies k\u00f6nnen wir auch an unserer Schule beobachten. 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