{"id":458,"date":"2023-06-21T18:45:18","date_gmt":"2023-06-21T16:45:18","guid":{"rendered":"https:\/\/schuelerzeitung-ass.de\/?p=458"},"modified":"2023-06-21T18:45:18","modified_gmt":"2023-06-21T16:45:18","slug":"connecting-the-world-roboter-in-offenbach","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schuelerzeitung-ass.de\/?p=458","title":{"rendered":"Connecting the world \u2013 Roboter in Offenbach"},"content":{"rendered":"\n<p>von Sophia Albrecht<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist Samstag, der 6. Mai 2023. An unserer Schule findet zum neunten Mal die World Robot Olympiad (WRO) statt und ich nehme gemeinsam mit zwei anderen M\u00e4dchen und insgesamt drei Teams f\u00fcr unsere Schule in der Kategorie \u201eSenior\u201c teil. Uns wurde zuvor gesagt, dass wir bereits um 9 Uhr in der Volker-Heim-Halle sein sollen. Ich komme schon etwas fr\u00fcher an und erhalte bei der Anmeldung einen Ausweis und ein Armband mit dem Motto der WRO 2023: \u201eConnecting the world\u201c. Mit meinen Teammitgliedern werde ich einem Tisch zugewiesen, welcher abgegrenzt von den Zuschauern ist. Denn w\u00e4hrend der Bauphasen darf kein Kontakt zwischen Teammitgliedern und Au\u00dfenstehenden, besonders den Trainern, stattfinden.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach und nach treffen auch die anderen Teams ein. Auf diese bin ich besonders neugierig. Sind sie potenzielle Konkurrenz, die wom\u00f6glich besser ist als wir? Die ganze Situation ist ziemlich angespannt. Ich wei\u00df nicht, was mich heute erwartet.<\/p>\n\n\n\n<p>Um 9:30 Uhr beginnt die Begr\u00fc\u00dfung. Zuerst werden die Teams vorgestellt. Dabei wird auch gesagt, dass es einige Teams gibt, welche privat teilnehmen, und in einigen F\u00e4llen auch nicht zum ersten Mal. Das steigert mein Stresslevel enorm, denn diese Gruppen sind wahrscheinlich ziemlich gut vorbereitet. Viel besser als wir. &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Wie schon vor dem Wettbewerb wird uns erneut der Zeitplan gezeigt und die Sonderaufgabe wird vorgestellt. Eine Aufgabe, die, wenn man sie l\u00f6st, Extrapunkte liefern oder schlimmstenfalls bei Fehlern zu Punktabz\u00fcgen f\u00fchren kann. Wir k\u00f6nnen uns 25 Punkte verdienen, wenn wir einen Block an eine bestimmte Stelle transportieren. F\u00fcr mich h\u00f6rt sich die Sonderaufgabe ziemlich einfach an. Wenn wir sie l\u00f6sen k\u00f6nnen, bekommen wir mehr Punkte als mit unserem schwierigeren vorherigen Schwerpunkt, dem Transportieren eines Blockes, zumal dies nicht einmal in den meisten F\u00e4llen funktioniert. Deshalb denke ich schon jetzt, dass wir lieber die Sonderaufgabe l\u00f6sen und daf\u00fcr einen anderen Teil des Programmes, der bei einem Fehler das ganze Programm gef\u00e4hrdet, l\u00f6schen sollten. So k\u00f6nnen wir mehr Punkte bekommen. Also \u00fcberzeuge ich mein Team. F\u00fcr die anderen bedeutet das nicht mehr Arbeit. Denn das Programmieren ist meine Aufgabe und das Bauen des Roboters die der anderen aus dem Team. Ich glaube, dass wir den Roboter nicht umbauen m\u00fcssen und nur das Programm ge\u00e4ndert werden muss. Schon vor der ersten Bauphase beginne ich, einen Prototypen des Programmes zu entwerfen, welches viel einfacher als das alte ist. Das m\u00f6chte ich, sobald unserer Roboter gebaut ist, testen und anschlie\u00dfend ausbessern, bis alles perfekt funktioniert.<\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend des Bauteile-Checks, bei dem kontrolliert wird, dass wir nur erlaubte Teile benutzen, fangen wir an, uns mit anderen Teams zu unterhalten. Durch die vielen Leute ist es laut und ich sp\u00fcre besonders den Stress der Teams. Bei manchen mehr und bei anderen weniger. In wenigen Minuten m\u00fcssen alle ihren Roboter auswendig und ohne Hilfsmittel aufbauen. Unsere Tischnachbarn haben schon mehrfach an der WRO teilgenommen und besitzen daher bereits Erfahrung. Sie sind beide sehr freundlich und beantworten uns einige Fragen.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit der ersten Bauphase beginnt auch die erste richtige Stresssituation. 120 Minuten haben wir Zeit und knapp 40 davon ben\u00f6tigen wir allein f\u00fcr den Bau. Den Rest testen wir unser Programm, bis es funktioniert. Immer wieder kommt es vor, dass wir unsere Bauschritte vergessen und wir uns neue Wege ausdenken m\u00fcssen. Unsere Tischnachbarn bieten uns freundlicherweise Hilfe an und geben uns Tipps f\u00fcr den Bau, die uns in einigen F\u00e4llen wirklich helfen.<\/p>\n\n\n\n<p>Als wir den Bau endlich abschlie\u00dfen, beginnen wir, wie auch einige andere Teams, den Roboter wieder und wieder \u00fcber die Spielmatte fahren zu lassen, auf welcher er die Aufgaben l\u00f6sen soll. Das wird besonders erschwert, da sich alle Teams nur zwei Spielmatten teilen und viele der Durchl\u00e4ufe der anderen l\u00e4nger dauern. Wir m\u00fcssen uns also mit ihnen absprechen, wer in welcher Reihenfolge seinen Roboter startet. Das funktioniert dann auch gut, da alle Teams sehr freundlich miteinander umgehen. Uns fallen w\u00e4hrend der Durchl\u00e4ufe dabei immer mehr Probleme auf, die besonders an der Bauweise des Roboters liegen. So kann der von uns gebaute Greifarm den Block f\u00fcr die Sonderaufgabe nicht richtig halten, wodurch er ihn irgendwo auf dem Weg verliert. Durch den Zeitdruck, der langsam immer gr\u00f6\u00dfer wird, entschlie\u00dfen wir uns spontan, den Roboter noch einmal umzubauen. Dabei untersch\u00e4tzen wir aber die Zeit und m\u00fcssen, als wir nur noch wenigen Sekunden \u00fcbrig haben, provisorisch einige Bl\u00f6cke verbinden und ich muss das Programm erst noch an die neuen Ma\u00dfe anpassen. Zum Gl\u00fcck schaffen wir es noch rechtzeitig, innerhalb der letzten Sekunden abzugeben.<\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend der Mittagspause mache ich mir sehr viele Gedanken \u00fcber das Programm. Habe ich die Ma\u00dfe richtig berechnet, alle wichtigen Dinge im Programm gelassen und vor allem das richtige Programm auf den Roboter \u00fcbertragen? Am Ende waren diese Gedanken sinnlos. Denn in der ersten Wertungsrunde macht unser Roboter nicht das, was er laut Programmierung machen sollte. Das frustriert mich und mein Team besonders. So etwas ist in den Proben noch nie vorgekommen. Und dann erreichen auch noch andere Teams in der ersten Runde die volle oder die nahezu volle Punktzahl. Mir nimmt das komplett die Hoffnung auf ein Weiterkommen in die deutschlandweite Runde. Sowohl meine Teammitglieder als auch das Publikum muntern mich jedoch schnell wieder auf. Wenn wir nun schon einmal hier sind, w\u00e4re es ziemlich traurig, wenn wir einfach so aufgeben w\u00fcrden. Deswegen geben wir in den weiteren drei Wertungsl\u00e4ufen alles.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach einer weiteren Bauphase l\u00e4uft die zweite Wertungsrunde sehr gut. Wir erreichen die Punktzahl, die wir uns vorgenommen hatten. Zwar liegt diese weit entfernt von der Bestpunktzahl, sie reicht uns aber vollkommen aus. In der dritten Wertungsrunde haben wir wieder Schwierigkeiten mit dem Roboter. Diesmal l\u00e4sst sich das Programm nicht aufspielen. Deshalb macht er gar nichts und wir haben nur noch eine einzige Chance, um m\u00f6glicherweise noch andere Teams zu \u00fcberholen. Zum Gl\u00fcck kann ich in der Bauphase das Problem beheben. Ich versuche das Programm zu verfeinern, sodass nichts misslingen kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Bevor unser letzter Lauf startet, feuern wir alle die anderen Teams an. Mit vielen von ihnen haben wir gute Gespr\u00e4che gef\u00fchrt und wir freuen uns f\u00fcr sie, wenn sie eine hohe Punktzahl erreichen. Als dann unser Roboter starten soll, hoffe ich, dass er keinen Fehler macht. Ich werde nicht entt\u00e4uscht: Wir k\u00f6nnen wieder die Punktzahl aus der zweiten Wertungsrunde erzielen und damit sind wir alle sehr zufrieden. Zwar wissen wir schon jetzt, dass wir nicht weiterkommen werden, da andere Teams eine viel h\u00f6here Punktzahl bekommen haben, aber wir haben alles gegeben.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei der Siegerehrung m\u00fcssen wir leider lange warten, bis die Teams der anderen Kategorien ihre Urkunden erhalten. Bei jeder aufgerufenen Gruppe hoffe ich, dass das noch nicht wir sind und wir einen der vorderen Pl\u00e4tze erreichen. Der sechste Platz wird aufgerufen. Der f\u00fcnfte. Beim vierten Platz wird unser Gruppenname genannt. Gemeinsam gehen wir auf die B\u00fchne. Dort \u00fcberreicht uns der hessische Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir unsere Urkunden. \u00dcber unser gutes Abschneiden freuen wir uns sehr, besonders in Anbetracht der starken Konkurrenz. Wir erhalten viele Gl\u00fcckw\u00fcnsche.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Tag war gro\u00dfartig. Ich habe viele neue Leute kennengelernt und interessante Gespr\u00e4che gef\u00fchrt. Auch wenn es einige unangenehme Stresssituationen gab, konnte unser Team doch eine gute Platzierung herausholen. Besonders eines habe ich heute gelernt: Auch wenn eine Situation noch so aussichtslos wirkt und man das Gef\u00fchl hat, man k\u00f6nnte nichts mehr erreichen, sollte man weitermachen und das Beste geben.<\/p>\n\n\n\n<p>Aufgefallen ist mir, dass neben unserem Team kaum andere M\u00e4dchen in unserer Kategorie teilgenommen haben. Deshalb auch nochmal als Appell an alle M\u00e4dchen, die Spa\u00df und Interesse an Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik<strong> (<\/strong>MINT) haben: Nutzt solche Wettbewerbe und andere Veranstaltungen! Wir brauchen dringend Verst\u00e4rkung!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Sophia Albrecht Es ist Samstag, der 6. Mai 2023. 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