{"id":513,"date":"2023-11-06T15:20:00","date_gmt":"2023-11-06T14:20:00","guid":{"rendered":"https:\/\/schuelerzeitung-ass.de\/?p=513"},"modified":"2023-11-06T15:58:43","modified_gmt":"2023-11-06T14:58:43","slug":"frieden-im-geist-der-menschen-verankern-unesco-an-der-albert-schweitzer-schule","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schuelerzeitung-ass.de\/?p=513","title":{"rendered":"Frieden im Geist der Menschen verankern \u2013 UNESCO an der Albert-Schweitzer-Schule"},"content":{"rendered":"\n<p>von Laura Swat; Dounia Belkasmi<\/p>\n\n\n\n<p>Die Albert-Schweitzer-Schule (ASS) hat sich dazu verpflichtet, zur Bildung, Wissenschaft, Kultur und zur Wahrung des Friedens und der Sicherheit beizutragen, indem den Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern zahlreiche M\u00f6glichkeiten geboten werden, sich f\u00fcr die Weiterentwicklung dieser Bereiche zu engagieren. Dies ist der UNESCO zu verdanken, einer liberalen Organisation, die sich aktiv gegen Ungerechtigkeiten und f\u00fcr den allgemeinen Frieden einsetzt. Die ASS wurde 1991 als eine UNESCO-Projektschule mobilisiert und hat seitdem viele Projekte zu verschiedensten Themen durchgef\u00fchrt. Welche Werte die UNESCO genauer vertritt, was sie dazu beitr\u00e4gt, diese zu verwirklichen, mit welchen Themen und Aufgaben sich eine UNESCO-Projektschule befasst, wie der Sch\u00fclerschaft eine M\u00f6glichkeit geboten wird, sich zu engagieren und weitere Aspekte rund um das Thema UNESCO sowie ihren Bezug zu unserer Schule werden nachfolgend erl\u00e4utert und dargestellt.<\/p>\n\n\n\n<p>Der n\u00e4chste Abschnitt befasst sich konkret mit der Entstehungsgeschichte der UNESCO und gibt zudem einen \u00dcberblick \u00fcber die allgemeinen Informationen und Fakten \u00fcber die Organisation. Dabei liegt der Fokus insbesondere auf der Grundidee, aus der sich im Laufe der Zeit weitere Vors\u00e4tze und Werte bildeten, die von der UNESCO heutzutage gepr\u00e4gt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Wort UNESCO setzt sich aus den Anfangsbuchstaben folgender aus der englischen Sprache stammender W\u00f6rter zusammen: \u201e<strong>U<\/strong>nited <strong>N<\/strong>ations <strong>E<\/strong>ducational <strong>S<\/strong>cientific and <strong>C<\/strong>ultural <strong>O<\/strong>rganization\u201c, welches ins Deutsche \u00fcbersetzt \u201eOrganisation der Vereinten Nationen f\u00fcr Bildung, Wissenschaft und Kultur\u201c bedeutet. Die Organisation wurde am 16. November 1945 aufgrund der Umst\u00e4nde des zweiten Weltkrieges gegr\u00fcndet. Aus der Situation resultierend lag der Fokus zun\u00e4chst darauf, die Folgen des Krieges zu neutralisieren. Weitere Ziele betrafen ma\u00dfgebend den Erhalt bzw. die Wiederherstellung des Friedens sowie den Wiederaufbau von Kultur und Bildung, die aufgrund des Krieges Sch\u00e4den davongetragen hatten. Zugleich entwickelte sich der Vorsatz, Kultur und Geschichte zu erhalten. So wurden unter anderem aufgrund der Bombenanschl\u00e4ge nicht nur zahlreiche Infrastrukturen zerst\u00f6rt, sondern auch Geb\u00e4ude von historischer und kultureller Bedeutung, wie beispielsweise die Burg Coucy, eine der bedeutsamsten Feudalburgen Europas. Zur Verdeutlichung dieser Ansichten und Ziele \u00e4u\u00dferte sich die UNESCO wie folgt: \u201eDa Kriege im Geist der Menschen entstehen, muss auch der Frieden im Geist der Menschen verankert werden.\u201c Die Ziele, Ansichten und Wertevorstellungen der UNESCO werden laufend aktualisiert und erweitert, basieren jedoch auf der Grundaussage des Wiederaufbaus von Bildung und Kultur nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges in Europa. Hierf\u00fcr wurde am 6. November 1945 die Verfassung der UNESCO, durch 37 Staaten verabschiedet. Ein Auszug aus der Verfassung (Art. 1) besagt: Das \u201eZiel der UNESCO ist es, durch F\u00f6rderung der Zusammenarbeit zwischen den V\u00f6lkern in Bildung, Wissenschaft und Kultur zur Wahrung des Friedens und der Sicherheit beizutragen, um in der ganzen Welt die Achtung vor Recht und Gerechtigkeit, vor den Menschenrechten und Grundfreiheiten zu st\u00e4rken, die den V\u00f6lkern der Welt ohne Unterschied der Rasse [die UNESCO verweist auf ihrer Seite darauf hin, dass der Rassenbegriff veraltet sei und die Existenz verschiedener menschlicher Rassen gemeint seien, was wissenschaftlich jedoch falsch sei; der Begriff werde hier nur deshalb verwendet, da die Verfassung ein historisches Dokument darstelle], des Geschlechts, der Sprache oder Religion durch die Charta der Vereinten Nationen best\u00e4tigt worden sind.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Die sogenannten sechs S\u00e4ulen der UNESCO stellen laut der Organisation eine bildliche und einheitliche Darstellung der Hauptkriterien f\u00fcr die Erhaltung des Friedens dar.<\/p>\n\n\n\n<p>Die erste S\u00e4ule repr\u00e4sentiert die <em>Menschenrechtsbildung und Demokratieerziehung<\/em>. F\u00fcr die Erhaltung des Friedens ist es von ma\u00dfgebender Bedeutung, dass alle Menschen ungeachtet ihrer individuellen Eigenschaften, wie beispielsweise der Hautfarbe oder der sexuellen Orientierung, durch Menschenrechte gesch\u00fctzt werden. Weiterhin versteht man unter Menschenrechtsbildung diejenigen Aktivit\u00e4ten, welche Kenntnisse, Werte und Handlungsf\u00e4higkeiten vermitteln und welche den Menschen dabei helfen, ihre Rechte verstehen, nutzen und verteidigen zu k\u00f6nnen. Die Demokratiebildung, auch Demokratieerziehung genannt, bef\u00e4higt bereits Kinder und junge Erwachsene dazu, Sachverhalte kritisch anzusehen und sich eine eigene Meinung zu bilden.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Interkulturelles Lernen und Zusammenleben in Vielfalt<\/em> stellt die zweite S\u00e4ule dar. Die Intention dieses Grundsatzes ist es, die Menschen zum Zusammenhalt anzuregen. Hierf\u00fcr sollen jegliche Vorurteile au\u00dfen vor gelassen und jeder Mensch als Individuum angesehen werden. Um dieses Zusammenleben und diesen Zusammenhalt zu erreichen, ist der Erwerb von interkulturellen Kompetenzen, wie etwa Empathie, Offenheit und Selbstreflexion, von gro\u00dfer Bedeutung.<\/p>\n\n\n\n<p>Die dritte S\u00e4ule stellt die <em>Bildung f\u00fcr nachhaltige Entwicklung<\/em> dar. Damit sollen die Menschen zu zukunftsf\u00e4higem Denken und Handeln bef\u00e4higt werden, um es so jedem einzelnen zu erm\u00f6glichen, die Auswirkungen des eigenen Handelns auf die Umwelt zu verstehen.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Global Citizenship Education<\/em> umfasst die vierte S\u00e4ule der UNESCO. Das Programm steht f\u00fcr eine ethische Haltung und eine lebenspraktische Orientierung, die den einzelnen Menschen zum Protagonisten einer nachhaltigen Entwicklung macht. Sie soll die Reflexion auf den globalen Horizont fest im individuellen Bewusstsein verankern.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><em>Risiken und Chancen im digitalen Zeitalter<\/em> ist das Thema der f\u00fcnften S\u00e4ule. Die digitale Welt bietet viele M\u00f6glichkeiten und ist in unserer Gesellschaft fest verankert, jedoch haben benachteiligte Kinder, besonders in Entwicklungsl\u00e4ndern, keine Vernetzung und sind von dieser ausgeschlossen. Eine Anbindung aber k\u00f6nnte helfen, die Armut zu \u00fcberwinden. Mit der Chancenungleichheit und der Ausgrenzung verfestigt sich die benachteiligte Situation dieser Kinder nur.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Die sechste und somit letzte S\u00e4ule umfasst die <em>Welterbebildung<\/em>. Hier hat sich die UNESCO den Schutz bedeutender Kultur- und Naturst\u00e4tten zum Ziel gesetzt. Von Menschen geschaffene Denkm\u00e4ler, wie beispielsweise die Pyramiden von Gizeh, aber auch Naturph\u00e4nomene, wie der Grand Canyon oder das Great Barrier Reef, sollen f\u00fcr die Nachwelt erhalten werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Die folgende Passage thematisiert die UNESCO-Projektschulen und was jene bezwecken. Zudem werden einige Fakten \u00fcber die ASS genannt, die im Zusammenhang mit der UNESCO-Organisation stehen, und einige Projekte aufgez\u00e4hlt, die das Gymnasium bereits realisiert hat.<\/p>\n\n\n\n<p>UNESCO-Projektschulen sind automatisch Mitglied im UNESCO Associated Schools Network, das 1953 gestartet wurde, um einzelne Bildungsinstitutionen direkt in die Arbeit der UNESCO einzubinden. Von Anfang an war Bildung ein zentrales Ziel und ein sehr starkes Element der Arbeit der UNESCO. So war es vorgesehen, dass die Sch\u00fcler und Sch\u00fclerinnen direkt weitergebildet werden und vor allem ein besseres internationales Verst\u00e4ndnis aufbauen. Die UNESCO-Projektschulen in Deutschland arbeiten eng zusammen und profitieren vom weltweiten Austausch mit den knapp 12.000 UNESCO-Projektschulen in 182 L\u00e4ndern weltweit.<\/p>\n\n\n\n<p>UNESCO-Projektschulen verankern in ihren Schulprofilen, wie auch im Schulalltag und in der p\u00e4dagogischen Arbeit, die Ziele und Werte der UNESCO. An au\u00dferschulischen Aktivit\u00e4ten und Projekten nehmen sowohl Lehrkr\u00e4fte als auch die Sch\u00fclerschaft sowie Erziehungsberechtigte teil. Die Arbeit an den UNESCO-Zielsetzungen wird von den UNESCO-Projektschulen eigenverantwortlich gestaltet und umgesetzt. Um effektiv arbeiten zu k\u00f6nnen, kooperieren viele Schulen untereinander und mit Partnerinstitutionen. Ebenfalls beteiligen sie sich an nationalen und internationalen Seminaren.<\/p>\n\n\n\n<p>Frau R\u00f6hm l\u00f6ste Frau Seuffert Mitte 2019 als Koordinatorin der UNESCO an der ASS ab. In diesem Zusammenhang leitet sie das UNESCO-Parlament, die UNESCO-AG sowie das dazugeh\u00f6rige Wahlfach. Damit sich die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler engagieren k\u00f6nnen, w\u00e4hlt zun\u00e4chst jede Klasse zwei UNESCO-Delegierte, die dann Einladungen f\u00fcr das UNESCO-Parlament erhalten. W\u00e4hrend dieser Sitzungen werden die UNESCO-Delegierten dar\u00fcber unterrichtet, was die n\u00e4chsten Projekte der UNESCO-AG sein werden, wozu sich diese dazu \u00e4u\u00dfern und ihre Ideen diskutieren k\u00f6nnen. Daraufhin teilen die UNESCO-Delegierten ihren jeweiligen Klassen ihren Kenntnisstand mit, sodass alle in die Vorhaben involviert sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Die UNESCO-AG ist dann f\u00fcr die Durchsetzung der Projekte verantwortlich. Jeder kann der UNESCO-AG beitreten. Ein Projekt, welches das UNESCO-Network bereits verwirklicht hat, ist der Friedenspfahl, der auf dem Schulhof der ASS zu finden ist. Dieser wurde von Frau Seuffert initiiert und aufgrund des Wechsels der Verantwortlichkeit f\u00fcr die UNESCO-Arbeit unter der Leitung von Frau R\u00f6hm zu Ende gef\u00fchrt. \u201eDas war eines der gr\u00f6\u00dften Projekte\u201c, blickt Frau R\u00f6hm zur\u00fcck. Die Themen des letzten Jahres betrafen die pers\u00f6nliche Gesundheit und die LGBTQ-Bewegung, im Zuge derer eine gleichnamige AG gegr\u00fcndet wurde. Des Weiteren organisierte die UNESCO der ASS Workshops, um den Klassenzusammenhalt zu st\u00e4rken.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Koordinatorin findet durchaus, dass sich durch die umgesetzten Projekte, Fortschritte an der Schule erkennen lassen. Das auschlaggebende Indiz daf\u00fcr sei das gestiegene Engagement der Sch\u00fclerschaft. Viele Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler w\u00fcrden die Werte der UNESCO scheinbar vertreten und die Teilnahme an Projekten expandiere stets. Erst das k\u00fcrzlich geschehene Erdbeben in der T\u00fcrkei verdeutliche die Solidarit\u00e4t und die Bem\u00fchungen der Sch\u00fclerschaft. Im Rahmen des Erdbebens sowie des Kriegs in der Ukraine seien Spendenaktionen veranstaltet worden, die deutlich die Anteilnahme der gesamten Schulgemeinde gezeigt h\u00e4tten. Auch findet die Koordinatorin, dass sich die gro\u00dfe Arbeit lohne \u2013 \u201esei es das Thema Nachhaltigkeit, sei es gruppenbezogene Ausgrenzung\u201c. Frau R\u00f6hm betont, dass das Thema Rassismus und gruppenbezogene Ausgrenzung hier starke Themen seien und immer wieder aufgegriffen werden sollten. F\u00fcr die Sch\u00fclerschaft der Albert-Schweitzer-Schule w\u00fcnscht sie sich einen freundlichen Umgang: \u201eEinfach aufeinander achten, freundlich sein, wohlwollend, in anderen nicht den Konkurrenten oder den Sch\u00e4digenden sehen, sondern eher den, mit dem ich gemeinsam sch\u00f6ne Lebenszeit verbringe. Daf\u00fcr steht die UNESCO im Grunde ja auch.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Laura Swat; Dounia Belkasmi Die Albert-Schweitzer-Schule (ASS) hat sich dazu verpflichtet, zur Bildung, Wissenschaft, Kultur und zur Wahrung des Friedens und der Sicherheit beizutragen, indem den Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern zahlreiche M\u00f6glichkeiten geboten werden, sich f\u00fcr die Weiterentwicklung dieser Bereiche zu engagieren. 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