{"id":590,"date":"2024-03-28T19:35:54","date_gmt":"2024-03-28T18:35:54","guid":{"rendered":"https:\/\/schuelerzeitung-ass.de\/?p=590"},"modified":"2024-03-28T19:44:12","modified_gmt":"2024-03-28T18:44:12","slug":"einblicke-in-goethes-welt-und-leben-besuch-im-frankfurter-goethe-haus-und-%e2%80%91museum","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schuelerzeitung-ass.de\/?p=590","title":{"rendered":"Einblicke in Goethes Welt und Leben: Besuch im Frankfurter Goethe-Haus und \u2011Museum"},"content":{"rendered":"\n<p>von Luka Mu\u0161an<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Am 17. November 2023 besuchten die Deutsch-Grundkurse der 12. Klasse (Q1) das Frankfurter Goethe-Haus und \u2011Museum und erhielten einen faszinierenden Einblick in die verschiedenen Stockwerke und R\u00e4ume des historischen Geb\u00e4udes.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Im Erdgeschoss des Goethe-Hauses befinden sich die \u201eGelbe Stube\u201c und die \u201eBlaue Stube\u201c, in denen einst G\u00e4ste empfangen wurden und die Familie Goethe ihre Mahlzeiten einnahm. Gegen\u00fcber der \u201eBlauen Stube\u201c liegt die K\u00fcche, die mit einer Wasserpumpe f\u00fcr einen Brunnen ausgestattet war \u2013 ein Luxus, da im 18. Jahrhundert nur sehr wenige Familien eine eigene Wasserpumpe besa\u00dfen.<\/p>\n\n\n\n<p>In das erste Obergeschoss (OG) f\u00fchrt eine breite Treppe, auf deren Gel\u00e4nder die Initialen der Eltern eingraviert sind: oben \u201ejcg\u201c f\u00fcr den Vater Johann Caspar Goethe und unten \u201eceg\u201c f\u00fcr die Mutter Catharina Elisabeth Goethe. Das erste OG wurde haupts\u00e4chlich f\u00fcr repr\u00e4sentative Zwecke f\u00fcr Feste genutzt und nicht als Wohnbereich, anders als das zweite und dritte OG, in denen sich das private Leben der Goethe-Familie abspielte. <\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-media-text has-media-on-the-right is-stacked-on-mobile\" style=\"grid-template-columns:auto 30%\"><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<p>In dem Flur ,,Belle Etage\u201c sind zwei riesige Frankfurter Wellenschr\u00e4nke zu sehen, welche typisch f\u00fcr wohlhabende Familien waren. In diesen wurden wertvolle Gegenst\u00e4nde aufbewahrt, wie etwa Bettw\u00e4sche, welche damals als Statussymbol galt. Neben den Frankfurter Wellenschr\u00e4nken wurden Besuchern gerne auch die Bilder der Grande Tour-Bildungsreise durch Europa pr\u00e4sentiert, welche sp\u00e4ter an den Sohn weitervererbt wurden. Auf diesen kommt die Liebe von Goethes Vaters zu Italien zur Geltung. <\/p>\n<\/div><figure class=\"wp-block-media-text__media\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"850\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/schuelerzeitung-ass.de\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/Frankfurter-Wellenschrank-zugeschnitten-850x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-594 size-full\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Die \u201eRote Stube\u201c ist sehr eindrucksvoll gestaltet und mit einem edlen Mobiliar ausgestattet. Johann Wolfgang von Goethe, welcher von seiner Mutter den Spitznamen ,,H\u00e4tschelhans\u201c bekam, hielt hier Reden, die denen Shakespeares \u00e4hnelten \u2013 ein Dichter, zu dem Goethe immer aufgeschaut hatte. Im Nebenraum h\u00e4ngt ein Gem\u00e4lde von Goethes Gro\u00dfvater Johann Wolfgang Textor, dem zur damaligen Zeit m\u00e4chtigsten Mann in Frankfurt, auf den Goethe sehr stolz war. Auf den Gem\u00e4lden von Goethes Gro\u00dfmutter Anna Margaretha Justina Textor tr\u00e4gt sie eine Haube auf dem Kopf, was darauf hinweist, dass sie verheiratet war. <\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-media-text has-media-on-the-right is-stacked-on-mobile\" style=\"grid-template-columns:auto 20%\"><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<p>Im zweiten OG angekommen, zieht sofort die astronomische Uhr die Aufmerksamkeit auf sich, welche sich seit den 1930er Jahren im Vorsaal befindet. Dieses Unikat geh\u00f6rte nicht Goethe selbst, sondern einem Freund seines Vaters und ist drei Jahre \u00e4lter als der Dichter. Ganz oben auf der Uhr steht das aktuelle Datum geschrieben. Dies wird dadurch erm\u00f6glicht, dass die Uhr einmal pro Woche aufgezogen wird. Die Jahreszahlen und Ringe sind lediglich aufgemalt und werden nach zw\u00f6lf Jahren weggewischt und neu aufgeschrieben. Zus\u00e4tzlich enth\u00e4lt die Uhr ein Pendel und einen B\u00e4ren, welcher sich auf den R\u00fccken legt, sobald die Uhr erneut aufgezogen werden muss. Auf diese Weise funktioniert die Uhr rein mechanisch.<\/p>\n<\/div><figure class=\"wp-block-media-text__media\"><img decoding=\"async\" width=\"401\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/schuelerzeitung-ass.de\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/Astronomische-Uhr-zugeschnitten-401x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-593 size-full\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>In der Bibliothek h\u00e4ngt ein Gem\u00e4lde von Goethes Franz\u00f6sischlehrer Leopold Heinrich Pfeil. Da Goethes Vater gro\u00dfen Wert auf eine umfassende Bildung seines Sohnes legte, sorgte er daf\u00fcr, dass dieser Unterricht in Latein, Franz\u00f6sisch, Englisch und Griechisch erhielt. Er war zudem \u00f6fter bei dem Unterricht anwesend, was durch seine finanzielle Unabh\u00e4ngigkeit m\u00f6glich war, da er nicht arbeiten musste und sich somit seinen Interessen und seiner Familie widmen konnte. Der Wohlstand der Familie war haupts\u00e4chlich auf Goethes Gro\u00dfmutter zur\u00fcckzuf\u00fchren, die das Verm\u00f6gens der Familie aufbaute. Daher war es Goethe m\u00f6glich, sich seinen Interessen wie Fechten und Reiten zu widmen sowie ein Jura-Studium zu absolvieren, so wie es sein Vater w\u00fcnschte \u2013 er war der Erste in der Familie, der studiert hatte und gereist war. Schon als Kind faszinierten Goethe die Geschichten seines Vaters von dessen Reisen nach Italien. Und als er schlie\u00dflich selbst dorthin reiste, war er \u00fcberw\u00e4ltigt und bezeichnete diese Reise als seine Wiedergeburt. Das Zimmer der Frau Rath, auch bekannt als Catharina Elisabeth Goethe, soll das Geburtszimmer von Goethe sein, obwohl diese Annahme nicht eindeutig belegt ist. Frau Rath, Goethes Mutter, hatte eine Vorliebe f\u00fcr das Theater, war oft in ihren Gedanken versunken und dachte sich mit Freude Geschichten aus. Sie lud gerne G\u00e4ste ein, musste jedoch nach einem Umzug einen Teil ihres Mobiliars ver\u00e4u\u00dfern. Die Lust zu fabulieren soll sie laut Goethe von ihrer Mutter haben. Zudem befindet sich in dem Raum auch ein Gem\u00e4lde der Frau Rath. Im Zimmer von Goethes j\u00fcngerer Schwester Cornelia Friederica Christiana Schlosser, die er liebevoll als seine \u201eliebe Gef\u00e4hrtin\u201c bezeichnete, befindet sich ein kleines Klavier, da sie und ihr Bruder gerne musizierten. Sie erhielt zusammen mit ihrem Bruder Unterricht und h\u00e4tte auch gerne studiert, was jedoch Frauen zu dieser Zeit nicht erlaubt war. Sie starb im Alter von 26 Jahren, w\u00e4hrend Goethe 82 Jahre alt wurde. Goethe hatte insgesamt f\u00fcnf Geschwister, wobei eines von ihnen bereits bei der Geburt aufgrund des damals schlechten medizinischen Fortschritts verstorben war. Dass Goethe \u00fcberhaupt so alt werden konnte, war dem Reichtum seiner Familie zu verdanken.<\/p>\n\n\n\n<p>Im dritten OG befindet sich eine Feuerstelle, die mit dem Ofen durch ein Rohr verbunden ist \u2013 ein Heizungssystem, das normalerweise nur in Schl\u00f6ssern zu finden ist und welches das Verm\u00f6gen der Goethes widerspiegelt. Der Boden ist mit Steinfliesen ausgelegt, wodurch das Risiko von Funken minimiert wird. Zus\u00e4tzlich beherbergt diese Etage Goethes eigenes Dichterzimmer, dessen T\u00fcrrahmen vom Flur aus betrachtet nicht besonders hoch ist. Weiterhin ist sein pers\u00f6nliches Zimmer zu finden, ausgestattet mit einem Stehpult, an dem er es bevorzugte zu arbeiten, obwohl es ihm nicht geh\u00f6rte \u2013 sein eigenes Stehpult steht in Weimar. Ein Schaukasten pr\u00e4sentiert Goethes Puppentheater, das er nutzte, um seine Fantasie auszuleben und den Nachbarskindern vorzuf\u00fchren, von denen er Feedback erhielt. Obwohl die Marionetten und Puppen verkauft wurden, ist in diesem Zimmer ein Gem\u00e4lde zu sehen, auf dem das vollst\u00e4ndige Puppentheater mit allen Details abgebildet ist. Alles in allem wuchs Goethe in einem \u00e4u\u00dferst privilegierten Umfeld auf.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Luka Mu\u0161an Am 17. November 2023 besuchten die Deutsch-Grundkurse der 12. Klasse (Q1) das Frankfurter Goethe-Haus und \u2011Museum und erhielten einen faszinierenden Einblick in die verschiedenen Stockwerke und R\u00e4ume des historischen Geb\u00e4udes. 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