{"id":632,"date":"2024-06-11T14:56:58","date_gmt":"2024-06-11T12:56:58","guid":{"rendered":"https:\/\/schuelerzeitung-ass.de\/?p=632"},"modified":"2024-06-11T14:56:58","modified_gmt":"2024-06-11T12:56:58","slug":"veraenderung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schuelerzeitung-ass.de\/?p=632","title":{"rendered":"Ver\u00e4nderung"},"content":{"rendered":"\n<p>von Emma Nubert; Foto von Pixabay<\/p>\n\n\n\n<p>Freundschaften k\u00f6nnen sich \u00e4ndern. Genau das habe ich, Olivia, im letzten halben Jahr gelernt! Ich und meine ex-beste Freundin Hannah waren eigentlich immer unzertrennlich gewesen. Wir taten ALLES zusammen: Wir trugen die gleichen Klamotten, waren immer bei der anderen zuhause, unternahmen Ausfl\u00fcge zusammen und ja, selbst in den Urlaub fuhren wir gemeinsam. Immer hie\u00df es: \u201eWir sind unzertrennbar!\u201c, oder: \u201eNichts bringt uns auseinander!\u201c Aber es kommt nicht immer alles so, wie man es sich w\u00fcnscht&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p>Eines Tages, ich wei\u00df nicht einmal mehr wann, so lange geht das schon, kam wie aus dem Nichts dieses neue M\u00e4dchen in unsere Klasse. Sie war genau diese Art von M\u00e4dchen, die in diesen amerikanischen Highschool-Filmen immer so beliebt und cool sind. Dieses M\u00e4dchen, Jessy war ihr Name, hatte blonde lange Haare, trug eine gro\u00dfe Sonnenbrille auf ihrem Kopf und hatte dazu strahlend wei\u00dfe Turnschuhe an. Es war klar, dass von nun an alle M\u00e4dchen zu ihr aufschauten und mit ihr befreundet sein wollten. Das war mir und Hannah aber egal, denn wir hatten ja uns! Dachte ich\u2026<\/p>\n\n\n\n<p>So blieb es also erstmal bei unserer Freundschaft und Jessys \u201eGang\u201c. Doch nach ein paar Wochen fingen die anderen an, mir und Hannah seltsame Blicke r\u00fcberzuschieben. Sie schauten uns von der Seite an, als ob wir nicht mehr ganz dicht w\u00e4ren. Zuerst machte uns das nichts aus, doch irgendwann meinte Hannah zu mir: \u201eDu, Olivia, findest du es nicht auch so langsam nervig, wie die uns die ganze Zeit anstarren?! Ich wei\u00df ja nicht, ob es dich st\u00f6rt, aber mich schon irgendwie&#8230;\u201c \u201eNa ja, mir ist nur wichtig, dass du und ich beste Freundinnen bleiben! Da k\u00f6nnen die meinetwegen noch so viele Blicke schieben\u201c, meinte ich zu ihr. Hannah schaute mich nur traurig an und dann kam das Gespr\u00e4ch nie wieder hoch. Tja, wie auch, denn von einem auf den anderen Tag hing sie nur noch mit diesen M\u00e4dchen ab! Sie sprach kein einziges Wort mehr mit mir und \u00fcberhaupt war ich ihr vollkommen egal! Hannah schob Blicke, l\u00e4sterte mit den anderen \u00fcber mich ab und tat so, als w\u00e4ren wir niemals Freundinnen gewesen. Ich verstand die Welt nicht mehr. Von einem auf den anderen Tag hatte sie unsere letzten gemeinsamen sieben Jahre weggeworfen! Womit hatte ich das verdient?!<\/p>\n\n\n\n<p>Die n\u00e4chsten Wochen ging es genauso weiter: das Gel\u00e4ster, die Blicke und das Ignorieren. In den Schulpausen sa\u00df ich immer alleine auf einer kleinen Treppe in der N\u00e4he des Altbaus. Ich sa\u00df dort und a\u00df mein Schulbrot. W\u00e4hrend ich dort sa\u00df, dachte ich immer \u00fcber vieles nach. Die auseinandergegangene Freundschaft, die seltsame M\u00e4dchenclique, das Alleinsein und dar\u00fcber, ob ich je wieder mit jemandem hier sitzen w\u00fcrde und mit ihm oder ihr genauso lachen w\u00fcrde, wie ich es mit Hannah getan hatte&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p>Nach ein paar Tagen, ich sa\u00df wieder auf meiner Treppe, spielten mehrere Kinder gemeinsam in der Pause Fu\u00dfball. Nicht nur Jungs, nein, auch M\u00e4dchen! Es sah weniger danach aus, als w\u00fcrden sie aus Ehrgeiz spielen oder danach, wer die meisten Tore, die jeweils aus zwei Jacken im Abstand von zwei Metern auf dem Boden lagen, machte. Es ging ihnen um Spa\u00df! Gerade als ich dar\u00fcber nachdachte, wurde ich aus meinen Gedanken gerissen. Eines der Kinder hatte mir den Ball so stark an den Arm geschossen, dass mir mein Brot aus der Hand fiel und nun auf dem Boden lag. Sofort kam ein M\u00e4dchen mit braunen Haaren, die zu einem Zopf gebunden waren, zu mir gerannt. Sie hob mein Brot auf, dr\u00fcckte es mir in die Hand, nahm den Ball und fragte mich, ob alles okay bei mir sei: \u201eTut uns leid, das wollten wir nicht. Wir haben mal wieder nicht aufgepasst! Soll ich das wiedergutmachen? Ich kann dir gerne eine Brezel aus der Mensa holen, wenn das f\u00fcr dich in Ordnung ist?\u201c, meinte sie, \u201eIch bin \u00fcbrigens Seline.\u201c \u201eOlivia!\u201c, entgegnete ich, \u201eUnd, nein, du musst mir keine Brezel kaufen, ich wollte das sowieso nicht mehr essen, falscher Belag. Du verstehst?\u201c Das M\u00e4dchen, Seline, streckte mir die Hand entgegen. \u201eWas soll das?\u201c, fragte ich sie verwundert. \u201eKomm, spiel mit uns!\u201c, meinte sie. Ich, komplett verwundert, versuchte ihr zu erkl\u00e4ren, dass ich aber gar kein Fu\u00dfball k\u00f6nne und das deshalb keine so gute Idee sei. Doch sie streckte mir ihre Hand so lange entgegen, bis ich sie nun doch nahm und mit ihr gemeinsam zu den anderen lief. \u201eLeute, das ist Olivia! Sie spielt heute mit uns, okay?\u201c Ich hatte erwartet, dass die anderen Kinder mir komische Blicke zuschieben w\u00fcrden, doch so war das nicht! Kurz stellten sich alle vor und dann fingen wir an zu spielen. Obwohl ich kein Fu\u00dfball konnte und gar keine Ahnung davon hatte, was genau ich da \u00fcberhaupt tat, bekam ich immer wieder den Ball.<\/p>\n\n\n\n<p>Heute, etwa f\u00fcnf Wochen sp\u00e4ter, spiele ich immer noch mit ihnen und inzwischen sind wir alle sogar richtig gute Freunde geworden! Wer h\u00e4tte das gedacht? Selbst Fu\u00dfballspielen kann ich nun einigerma\u00dfen!<\/p>\n\n\n\n<p>DAS macht f\u00fcr mich Freundschaft aus! Da k\u00f6nnen Hannah und ihre tollen neuen Freunde noch so viele Blicke schieben, wie sie m\u00f6chten. Ich habe meine Freunde gefunden!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Emma Nubert; Foto von Pixabay Freundschaften k\u00f6nnen sich \u00e4ndern. Genau das habe ich, Olivia, im letzten halben Jahr gelernt! Ich und meine ex-beste Freundin Hannah waren eigentlich immer unzertrennlich gewesen. 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