{"id":696,"date":"2024-12-20T09:00:00","date_gmt":"2024-12-20T08:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/schuelerzeitung-ass.de\/?p=696"},"modified":"2024-12-11T20:06:34","modified_gmt":"2024-12-11T19:06:34","slug":"frauen-im-nachteil-arbeit-politik-und-familie-im-fokus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schuelerzeitung-ass.de\/?p=696","title":{"rendered":"Frauen im Nachteil: Arbeit, Politik und Familie im Fokus"},"content":{"rendered":"\n<p>von Qanta Ahmad; Foto KI-generiert mithilfe von OpenAI DALL\u2219E 3<\/p>\n\n\n\n<p>Zwischen Frauen und M\u00e4nnern existierte schon immer eine Ungleichheit, die in verschiedenen Lebensbereichen sp\u00fcrbar ist: in der Politik, der Arbeitswelt und besonders im privaten Alltag, wenn es um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf geht.<\/p>\n\n\n\n<p>Im privaten Bereich organisieren die Frauen vorwiegend den Alltag, unabh\u00e4ngig davon, ob sie in Teil- oder Vollzeit arbeiten. Obwohl beide Partner berufst\u00e4tig sind, \u00fcbernehmen M\u00e4nner oft weniger Aufgaben im Haushalt. Daher m\u00fcssen meist die Frauen Einkaufslisten schreiben, das Abendessen kochen, die Kinder aus dem Kindergarten abholen, Termine vereinbaren, putzen und vieles mehr. All dies kostet Zeit, vor allem aber Nerven.\u00ad\u00ad Eine gerechte Verteilung der Aufgaben w\u00e4re hier dringend notwendig, insbesondere in Partnerschaften, in denen beide berufst\u00e4tig sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch in der Arbeitswelt besteht keine Balance zwischen den Geschlechtern. Zum einen haben Frauen h\u00e4ufig schlechtere Arbeitsbedingungen, ung\u00fcnstigere Arbeitszeiten und sto\u00dfen auf enorme Hinderni\u00adsse beim Aufstieg in F\u00fchrungspositionen, weil sie oft in Teilzeit arbeiten, ihnen flexible Arbeitszeitmodelle fehlen und ihnen schlichtweg weniger F\u00fchrungsst\u00e4rke oder Durchsetzungsverm\u00f6gen zugetraut wird, um nur einige Gr\u00fcnde zu nennen. Zum anderem verdienen sie auch weniger, da sie h\u00e4ufiger in schlechter bezahlten Berufen und in Teilzeit mit geringeren Aufstiegschancen arbeiten oder seltener ihr Gehalt verhandeln als M\u00e4nner. Nach Angaben der Antidiskriminierungsstelle des Bundes verdienten Frauen im Jahr 2023 immer noch rund 18 % weniger als M\u00e4nner. Eine Studie des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts der Hans-B\u00f6ckler-Stiftung (WSI) aus dem Jahr 2022 stellt fest, dass in 45 von 46 befragten Branchen Frauen weniger verdienen als M\u00e4nner. Die Coronapandemie versch\u00e4rfte die Ungleichheit zus\u00e4tzlich. Politische Ma\u00dfnahmen, wie die Corona-Hilfspakete, welche die wirtschaftlichen Folgen der Krise abmildern und Unternehmen sowie Arbeitnehmer unterst\u00fctzen sollten, kamen haupts\u00e4chlich M\u00e4nnern zugute, insbesondere in Branchen wie dem Baugewerbe, der Industrie und der Logistik. Diese ungleiche Verteilung der Hilfen trug dazu bei, dass die L\u00fccke zwischen den beiden Geschlechtern weiter wuchs. Die WSI-Studie zeigt, dass im Januar 2022 etwa 19&nbsp;% der Frauen, aber nur 6&nbsp;% der M\u00e4nner ihre Arbeitszeiten reduzierten, da Frauen die Hauptlast der Schul- und Kitaschlie\u00dfungen trugen. Zus\u00e4tzlich f\u00fchrten auch Erkrankungen innerhalb der Familie dazu, dass die M\u00fctter zu Hause bleiben mussten, um ihre Kinder zu betreuen, was ihre Position auf dem Arbeitsmarkt weiter schw\u00e4cht.<\/p>\n\n\n\n<p>Des Weiteren stellen Frauen auch in der Politik eine Minderheit dar. Der Anteil der Frauen im 20. Bundestag betrug 35,1&nbsp;%, der von M\u00e4nnern hingegen 64,9&nbsp;%. Die Ursache f\u00fcr die geringe Vertretung der Frauen in der Politik liegt auf der einen Seite im veralteten Rollenbild, nach dem der Mann f\u00fcr die Politik und das Geldverdienen verantwortlich ist und die Frau sich um die Kindererziehung und den Haushalt k\u00fcmmert. Auf der anderen Seite ist der politische Aufstieg von Frauen mit mehr Herausforderungen verbunden als der von M\u00e4nnern. Frauen werden seltener f\u00fcr politische \u00c4mter nominiert und m\u00fcssen ein langwieriges Verfahren durchlaufen. Ihr Erfolg h\u00e4ngt dabei meistens von bestehenden Machtstrukturen und der Organisationskultur der Parteien ab, die meist m\u00e4nnlich gepr\u00e4gt und von Diskriminierung beeinflusst sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Um den bestehenden Ungerechtigkeiten entgegenzuwirken, wurden verschiedene Ma\u00dfnahmen ergriffen. So wurde etwa die rechtliche Gleichstellung von Frauen und M\u00e4nnern im Jahr 1994 durch eine Erg\u00e4nzung zu Artikel 3 Absatz 2 im Grundgesetz verankert. Dort hei\u00dft es: \u201eDer Staat f\u00f6rdert die tats\u00e4chliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und M\u00e4nnern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Ein bedeutender Schritt zur F\u00f6rderung von Frauen in der Arbeitswelt ist die Einf\u00fchrung von Frauenquoten in Bereichen wie Politik, Wirtschaft und Kultur. Diese Quoten sollen dazu beitragen, die Unterrepr\u00e4sentation von Frauen in F\u00fchrungspositionen zu verringern und die Chancengleichheit sicherzustellen, vor allem bei gleicher Qualifikation.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch in der Familienpolitik wurden Fortschritte erzielt, um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu verbessern und die Lasten der Sorgearbeit gerechter zwischen den Geschlechtern aufzuteilen. Dazu z\u00e4hlen die M\u00f6glichkeit der Elternzeit f\u00fcr beide Elternteile, der verst\u00e4rkte Ausbau von Kita-Pl\u00e4tzen sowie ein geplantes Gesetz f\u00fcr einen zweiw\u00f6chigen Vaterschaftsurlaub, der V\u00e4tern ab der Geburt automatisch zustehen soll, \u00e4hnlich wie den M\u00fcttern der Mutterschutz.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Bundesregierung hat sich zudem das Ziel gesetzt, die Situation bis 2030 grundlegend zu verbessern. Diese Ziele beinhalten, dass s\u00e4mtliche Formen der Diskriminierung und Gewalt gegen Frauen und M\u00e4dchen weltweit beendet sowie deren Ausbeutung abgeschafft werden sollen. Frauen sollen gleichberechtigt am politischen, wirtschaftlichen und \u00f6ffentlichen Leben teilhaben k\u00f6nnen. Zudem sollen Frauen und M\u00e4dchen die gleichen Rechte und Zugang zu Land, Eigentum sowie finanziellen Dienstleistungen erhalten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Qanta Ahmad; Foto KI-generiert mithilfe von OpenAI DALL\u2219E 3 Zwischen Frauen und M\u00e4nnern existierte schon immer eine Ungleichheit, die in verschiedenen Lebensbereichen sp\u00fcrbar ist: in der Politik, der Arbeitswelt und besonders im privaten Alltag, wenn es um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf geht. 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