{"id":781,"date":"2025-06-11T18:29:15","date_gmt":"2025-06-11T16:29:15","guid":{"rendered":"https:\/\/schuelerzeitung-ass.de\/?p=781"},"modified":"2025-06-11T18:29:15","modified_gmt":"2025-06-11T16:29:15","slug":"frieda-und-der-verwunschene-wald-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schuelerzeitung-ass.de\/?p=781","title":{"rendered":"Frieda und der verwunschene Wald"},"content":{"rendered":"\n<p>von Milla Lauten; Foto von Pixabay<\/p>\n\n\n\n<p>\u201ePapa! Wo ist mein Ladekabel?\u201c, rief Frieda verzweifelt. Sie sa\u00df in einem Berg von Kartons. Frieda war ein aufgewecktes M\u00e4dchen mit knallorangenen Haaren, sie hatte smaragdgr\u00fcne Augen und in ihrem Gesicht hatte sie viele Sommersprossen.<\/p>\n\n\n\n<p>Sie und ihr Vater waren vor zwei Tagen nach Rosenberg gezogen, denn nach dem Tod von Friedas Mutter mussten sie in eine kleinere Wohnung ziehen, da ihr Vater mit seinem Job nicht viel verdiente. Er war Koch, doch konnte er nicht einmal eine stinknormale Tomatenso\u00dfe kochen. Er bekam nichts gebacken, sozusagen.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eSchau in dem Karton mit der Elektronik nach!\u201c, antwortete ihr Vater. Frieda holte das Ladekabel aus dem Karton und legte sich hin. Sie hatte noch kein Bett, weshalb sie auf einer Matratze liegen musste. \u201eOhne Harald ist es langweilig\u201c, dachte sich Frieda. Harald war ihr Haushuhn, welches sie im Tierheim abgeben mussten, da sie in der neuen Wohnung keinen Platz hatten.<\/p>\n\n\n\n<p>Ihr Vater lugte in ihr Zimmer: \u201eNa, Lust mit mir Abendessen zu kochen?\u201c, fragte er.<\/p>\n\n\n\n<p>Frieda stand auf und sagte: \u201eNa gut, aber wir kochen nach Rezept!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Nach dem Essen legte sich Frieda auf ihre Matratze. Sie roch ein wenig moderig, fand sie.<\/p>\n\n\n\n<p>In dieser Nacht hatte sie einen seltsamen Albtraum. Sie sah ihre verstorbene Mutter, und sie sagte etwas, aber Frieda konnte es nicht verstehen. Mitten in der Nacht wachte sie mit G\u00e4nsehaut auf. Der Traum besch\u00e4ftigte sie so stark, dass sie kein Auge mehr zumachen konnte.<\/p>\n\n\n\n<p>Am n\u00e4chsten Morgen weckte sie ihr Vater, er hatte Pancakes gebacken. Da sie Ferien hatte, musste sie nicht in die Schule.<\/p>\n\n\n\n<p>Frieda entschloss sich, nichts von ihrem Traum zu erz\u00e4hlen.<\/p>\n\n\n\n<p>In den n\u00e4chsten N\u00e4chten hatte sie diesen Traum immer wieder.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein wenig konnte sie jetzt auch entziffern, was ihre Mutter versuchte, ihr zu sagen.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch auch nur Bruchteile. Sie sagte immerzu: \u201eWeit entfernt von hier, Zauberwald oder Schatz \u2026 und ihr m\u00fcsst gehen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Langsam bekam sie Angst und entschied sich um. Sie wollte ihrem Vater davon erz\u00e4hlen.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201ePapa? Wo bist du?\u201c \u201eHiiieerr\u201c, rief ihr Vater. W\u00e4hrend sie ihrem Vater von den Tr\u00e4umen erz\u00e4hlte, wurden seine Augen immer gr\u00f6\u00dfer. \u201eDu auch?\u201c, fragte er entsetzt.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWie meinst du das? Hast du diese Tr\u00e4ume etwa auch?\u201c \u2013 \u201eJa! Es muss etwas bedeuten. Konntest du verstehen, was Mama sagte?\u201c Frieda erz\u00e4hlte ihm alles, was sie bisher verstand.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIch hab eine Idee\u201c, gluckste ihr Vater. Sie gingen in den Keller. Er kramte ein Fetzen Papier aus einem Umzugskarton. \u201eIch hab mich schon immer gefragt, wof\u00fcr die ist\u201c, sagte er.<\/p>\n\n\n\n<p>Er hielt eine Karte in der Hand. Es sah aus, wie eine Schatzkarte. Es waren Wege eingezeichnet, in einem Wald. \u201eDenkst du etwa, das ist der \u2026?\u201c \u2013 \u201eGenau das denke ich!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Nach kurzem \u00dcberlegen waren sie sich einig. Sie w\u00fcrden sich aufmachen, um den Schatz zu finden. Sie packten die n\u00f6tigsten Sachen und machten sich auf den Weg.<\/p>\n\n\n\n<p>Leider war die Karte nur schwer zu verstehen, weswegen sie sich oft verfuhren, aber nach langem Suchen kamen sie an einen kleinen Waldrand. Sie stiegen aus dem Auto aus, um den Wald zu betreten. Von au\u00dfen sah es wie ein normaler Wald aus. Als sie einen Schritt in den Wald setzen wollten, passierte etwas Seltsames. Sie wurden wie durch ein Portal in den Wald gezogen. Um sie herum war nur noch Wald, weit und breit keine Stra\u00dfen und Autos. \u201ePapa? Wo sind wir und wie kommen wir hier wieder raus?\u201c, fragte Frieda leicht ver\u00e4ngstigt. \u201eIch habe keinen Schimmer, aber wir werden nicht aufgeben!\u201c, sagte ihr Vater entschlossen. Zack! Pl\u00f6tzlich umklammerte eine Baumwurzel Friedas Bein und zog sie zu Boden. \u201eHilfe!\u201c, rief sie und schnappte die Hand ihres Vaters. Die Schatzkarte fiel auf den Boden. Auf der R\u00fcckseite stand etwas, was sie zuvor noch nicht gesehen hatten. In kleinen Buchstaben stand geschrieben: <em>Hast du Angst im d\u00fcstren Wald, so geschieht die magische Zaubergewalt.<\/em> \u201eFrieda, du musst dich beruhigen! Der Wald sp\u00fcrt deine Angst und nutzt sie aus!\u201c Frieda versuchte sich etwas Sch\u00f6nes vorzustellen und beruhigte sich.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Schlingen lie\u00dfen nach und sie war wieder frei. Man durfte also keine Angst haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach diesem Schreck mussten sie sich erstmal beruhigen und setzen sich auf einen Baumstamm.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWie sollen wir in diesem riesigen Wald nur den Schatz finden? Wir wissen ja nicht mal, wo wir sind.\u201c \u2013 \u201eIch denke schon\u201c, sagte ihr Papa stolz und zeigte auf einen kleinen See auf der Karte.<\/p>\n\n\n\n<p>Frieda schaute nach rechts, und tats\u00e4chlich! Dort war ein kleiner See mit quakenden Fr\u00f6schen.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit neuer Energie liefen sie weiter. Immer der Karte nach liefen sie durch den Wald.<\/p>\n\n\n\n<p>Pl\u00f6tzlich tropften dicke Tropfen auf Frieda und dann fing es an, wie aus Eimern zu sch\u00fctten.<\/p>\n\n\n\n<p>So schnell sie konnten, rannten sie in eine H\u00f6hle. Die H\u00f6hle war klein, aber der Platz reichte gerade so f\u00fcr zwei Personen. Sie mussten \u00fcber Nacht bleiben, da es nicht aufh\u00f6ren wollte zu regnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Sie legten sich auf ihre Jacken und machten ein Feuer. Am n\u00e4chsten Morgen wurden sie von den Sonnenstrahlen aufgeweckt. Es regnete nicht mehr, und sie konnten ihre Suche weiterf\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eAlso, wir sind jetzt hier\u201c, ihr Papa zeigte auf die Karte, \u201eund wir m\u00fcssen nach da.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDas ist ja gar nicht mehr so weit!\u201c, freute sich Frieda.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eSchon, aber vorher m\u00fcssen wir erst mal Essen finden, sonst falle ich noch tot um!\u201c, quengelte er. Nach kurzem Suchen fanden sie ein Geb\u00fcsch mit roten Beeren. \u201eDenkst du, die k\u00f6nnen wir essen?\u201c, fragte Frieda.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIch wei\u00df nicht\u201c, sagte ihr Vater. Huch! Ein Eichh\u00f6rnchen flitzte an ihnen vorbei und schnappte sich eine Beere. \u201eAlso, wenn die Eichh\u00f6rnchen das essen k\u00f6nnen, dann k\u00f6nnen wir das auch.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Sie pfl\u00fcckten sich einen ganzen Korb voll und auch ein paar Pilze. Zum Fr\u00fchst\u00fcck a\u00dfen sie die Beeren. Nun konnte es weitergehen. Sie waren schon eine weite Strecke gelaufen. Auf einmal stolperte Friedas Vater \u00fcber einen Stein und fiel auf einen Pilz, welcher nicht ganz ungef\u00e4hrlich war. Eine Wolke rosa Rauch schwebte \u00fcber ihnen. Unvermittelt fingen beide ziemlich an zu lachen. Sie liefen weiter und erz\u00e4hlten sich Witze und lachten sich kaputt. \u201eWie nennt man einen Pilz, der springen kann? Nat\u00fcrlich Jumpignon!\u201c Beide lachten laut los. Sie schwankten durch den Wald und legten sich unter den blauen Himmel auf den Waldboden. Nach einiger Zeit kamen sie wieder zu Sinnen und wurden von einem Rudel W\u00f6lfe geweckt. Diese hatten die zwei schon bemerkt und schauten hungrig. \u201e\u00c4hm, Papa?!\u201c, sagte Frieda. \u201eOkay Frieda, wir m\u00fcssen uns jetzt ganz langsam wegschleichen, blo\u00df keine ruckartigen Bewegungen!\u201c Langsam krochen sie davon.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eZum Gl\u00fcck haben wir es da heil raus geschafft, sonst w\u00e4ren wir noch Hackfleisch gewesen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Nach einer weiteren Nacht in einer H\u00f6hle brachen sie fr\u00fch am Morgen auf und kamen schon am Vormittag an einem Wasserfall an. \u201eSchau mal, Papa, hier ist das Kreuz. Ist hier etwa der Schatz?\u201c \u2013 \u201eAlso ich sehe hier keinen\u201c, erwiderte ihr Papa. \u201eNa, das ist doch klar. wir m\u00fcssen durch den Wasserfall!\u201c \u2013 \u201eNa dann mal los!\u201c Einen Regenschirm hatten sie jedoch nicht eingepackt. Deshalb mussten sie so schnell wie m\u00f6glich hinter den Wasserfall kommen. Sie nahmen viel Anlauf und rannten durch das vorhangartige Wasser. Hinter dem Wasserfall war eine wundersch\u00f6ne H\u00f6hle.<\/p>\n\n\n\n<p>Leicht triefend holte Frieda eine Taschenlampe aus ihrem Rucksack. \u201eLass uns den Schatz finden.\u201c Frieda war ganz aufgeregt vor Freude und machte sich auf die Suche. Hinter einem Stein versteckt sah sie etwas. Sie rief ihren Vater. Dieser kam schnell angerannt und sie zogen eine gro\u00dfe Kiste hervor. Das war sie! Es war eine braune Kiste mit sch\u00f6nen goldenen Gravierungen. Mit einem Ruck \u00f6ffneten sie die geheimnisvolle Kiste und schauten hinein. Alles voller Gold! Doch mitten in den vielen M\u00fcnzen und Ketten lag ein Briefumschlag. Sie \u00f6ffneten den Brief und lasen ihn:<\/p>\n\n\n\n<p><em>\u201eIch wusste, ihr w\u00fcrdet diesen Schatz finden. Diese Sachen habe ich vor Friedas Geburt versteckt, falls es mal schwer wird. Es sind Ersparnisse und Erbst\u00fccke. Dieses Amulett ist f\u00fcr dich, Frieda. In Liebe, Mama. Ich bleibe immer in euren Herzen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;Auch das Amulett war in der Kiste, Frieda legte es sich um den Hals und war au\u00dfer sich vor Gl\u00fcck. \u201ePapa, wir k\u00f6nnen uns jetzt alles kaufen und wir k\u00f6nnen Harald wieder zur\u00fcckholen! Wir haben es geschafft, wir zwei, wir sind das perfekte Team!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Nach einem Freudentanz umarmte sie ihren Vater fest und sie nahmen zu zweit die Kiste mit. Sie liefen den ganzen Weg wieder zur\u00fcck. Dieses Mal passierte ihnen kein Ungl\u00fcck, da sie sich nun schon auskannten. Sie waren nun wieder in der Stelle zur\u00fcck, wo sie anfangs waren. \u201eUnd wie kommen wir wieder zu unserem Auto, Papa?\u201c \u2013 \u201eIch wei\u00df es nicht. Ich w\u00fcnschte, wir w\u00fcrden einfach zu Hause sein, um uns auszuruhen.\u201c Zack! Schon wieder passierte es, die beiden wurden teleportiert, doch diesmal nicht in ihr Auto, sondern direkt in ihr Wohnzimmer!<\/p>\n\n\n\n<p>Sie und ihr Papa machten erst mal ein paar Tage Pause nach dieser Aufregung, danach k\u00fcmmerten sie sich um den Rest. Sie kauften sich ein wundersch\u00f6nes Haus mit einem pr\u00e4chtig gro\u00dfen Garten. Frieda bettelte ihren Vater an, nachzufragen, ob Harald noch da war. Er rief beim Tierheim an und tats\u00e4chlich! Harald war noch da. Die Tierpfleger erz\u00e4hlten, dass er ein schlaues Huhn sei, denn immer, wenn Interessenten kamen, kackte er auf die Schuhe der Leute, was diese erheblich abschreckte. Niemand wollte ihn adoptieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Schon am Abend fuhren sie zum Tierheim und holten ihn ab. Frieda erz\u00e4hlte ihm von dem Abenteuer und er schien recht interessiert. Mit dem Schatz musste ihr Papa nun nicht mehr arbeiten und sie hatten viel mehr Zeit als Familie. Trotzdem belegte er einen Kochkurs f\u00fcr Anf\u00e4nger mit Frieda und sie lernten, wie man Spaghetti Bolognese kochte und Brownies backte.<\/p>\n\n\n\n<p>In Erinnerung hatten sie ein wundervolles Abenteuer und nach dieser Aktion hielten Vater und Tochter noch mehr zusammen als je zuvor.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Milla Lauten; Foto von Pixabay \u201ePapa! Wo ist mein Ladekabel?\u201c, rief Frieda verzweifelt. Sie sa\u00df in einem Berg von Kartons. Frieda war ein aufgewecktes M\u00e4dchen mit knallorangenen Haaren, sie hatte smaragdgr\u00fcne Augen und in ihrem Gesicht hatte sie viele Sommersprossen. 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