{"id":784,"date":"2025-06-14T11:26:27","date_gmt":"2025-06-14T09:26:27","guid":{"rendered":"https:\/\/schuelerzeitung-ass.de\/?p=784"},"modified":"2025-06-14T11:26:27","modified_gmt":"2025-06-14T09:26:27","slug":"im-bann-des-glitzernden-bandes","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schuelerzeitung-ass.de\/?p=784","title":{"rendered":"Im Bann des glitzernden Bandes"},"content":{"rendered":"\n<p>von Junia Perrot; Foto KI-generiert mithilfe von ChatGPT<\/p>\n\n\n\n<p>Fast zwei Monate war es nun schon her, dass meine Eltern mir verk\u00fcndeten, dass ich auf ein Internat gehen solle. Damals war ich ganz und gar nicht begeistert, aber ich beschloss, es wie einen Neuanfang zu sehen. Eine Woche sp\u00e4ter war es soweit. Mit der Zimmerzuweisung war ich sehr zufrieden. Ich bekam ein nettes Zimmer mit einem kleinen Balkon und meine Mitbewohnerin war mir sofort sympathisch. Das Zimmer lag direkt in dem Gang, der zum \u201eVerbotenen Turm\u201c f\u00fchrte. Der Direktor erkl\u00e4rte uns bei seiner Ansprache (neben gef\u00fchlt tausend anderen Sachen), dass wir auf keinen Fall diesen Turm betreten d\u00fcrften. Warum, erkl\u00e4rte er uns aber nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Oh, das habe ich ja ganz vergessen zu erz\u00e4hlen: Ich bin Claire, Claire Moreau. Ich bin 14 Jahre alt und gehe, wie ihr wisst, seit ein paar Wochen aufs Internat. Jetzt aber zu meiner Geschichte.<\/p>\n\n\n\n<p>Es war mitten in der Nacht, als ich aufwachte. Ich hatte ein Ger\u00e4usch geh\u00f6rt. Da war es schon wieder. Es klang wie ein Miauen. \u201eEin Miauen? Haustiere sind doch im Internat verboten!\u201c, dachte ich. Ich beschloss, der Sache auf den Grund zu gehen. Im sp\u00e4rlich beleuchteten Flur sah ich einen Schatten. Es war ein gruseliger Schatten und pl\u00f6tzlich ert\u00f6nte ein Fauchen. Ver\u00e4ngstigt lief ich um die Ecke und stand einer kleinen schwarzen Katze gegen\u00fcber. Also hatte ich mich nicht verh\u00f6rt. Aber was machte eine Katze im Internat? Moment mal, da glitzerte doch etwas in ihrem Fell. Aber was war es? Ein Halsband? Doch bevor ich es erkennen konnte, lief die Katze los und ich rannte ihr hinterher. Ich f\u00fchlte mich magisch angezogen. W\u00e4hrend ich ihr folgte, achtete ich nicht darauf, wohin ich rannte und ehe ich mich versah, stand ich vor dem Eingang zum \u201eVerbotenen Turm\u201c. Doch wo war die Katze? Da h\u00f6rte ich wieder ein Maunzen. Es kam direkt aus dem Turm. Frustriert lehnte ich mich gegen die Wand. Sollte ich wieder umkehren? Dann w\u00e4re das Ganze sinnlos gewesen. Die kleine schwarze Katze mit dem funkelnden Band hatte mich in ihren Bann gezogen. Und was sollte schon in diesem Turm sein? Ein winziger Abstecher w\u00fcrde ja nicht schaden, oder? Nach kurzem \u00dcberlegen siegte meine Neugier. Ich hob meine Hand und wollte gerade die T\u00fcr \u00f6ffnen. Da schwang sie von selbst auf. Komisch, dachte ich. Mutig betrat ich die T\u00fcrschwelle des Turms. Ich h\u00f6rte wieder ein Miauen. Sollte ich wirklich weitergehen? Bevor ich mich entscheiden konnte, schwang die T\u00fcr wieder zu, gab mir einen Schubs und ich stolperte. Ich fiel. Doch als ich dem Boden n\u00e4her kam, tat er sich auf und ich fiel ins Nichts. Ich fiel und fiel und dachte schon, ich w\u00fcrde gar nicht mehr aufh\u00f6ren zu fallen, da landete ich sanft im Gras. Irritiert richtete ich mich auf. Ich sa\u00df mitten im Wald auf einer Lichtung. Pl\u00f6tzlich galoppierte ein Pferd heran. Zum Gl\u00fcck wich es fr\u00fch genug aus, um mich nicht zu Brei zu trampeln. \u201eHoppla, das war knapp!\u201c, bemerkte der Reiter grinsend. Ich war sprachlos. Was hatte das alles zu bedeuten? Der Junge vor mir war inzwischen abgestiegen. Er war ungef\u00e4hr so alt wie ich, aber er trug echt seltsame Kleidung. Ich erinnerte mich, dieses Gewand schon mal in meinem Geschichtsbuch gesehen zu haben. Aber in welchem Kapitel war das? Jetzt fiel es mir wie Schuppen von den Augen. War ich etwa im Mittelalter gelandet? \u201eWer bist du?\u201c, fragte ich. \u201eOh, wie unh\u00f6flich von mir! Ich bin Prinz James. Und du?\u201c, antwortete er. \u201eIch bin Claire\u201c, entgegnete ich perplex. Ein Prinz? \u201e\u00c4h, sind wir vielleicht im Mittelalter?\u201c, fragte ich. \u201eMittelalter? Noch nie geh\u00f6rt, ich bin 15\u201c, erwiderte er. Nun war ich vollends verwirrt. Er hingegen blieb g\u00e4nzlich gelassen und lud mich ein, ihn zu begleiten. Dankbar nahm ich seine Einladung an. Wir galoppierten erst durch den Wald, dann einen Feldweg entlang und erreichten schlie\u00dflich ein riesiges Schloss. Drinnen war es etwas d\u00fcster, aber es wirkte \u00e4u\u00dferst beeindruckend. James wies den Butler an, uns Tee zu servieren und f\u00fchrte mich in einen prunkvollen Raum. Dort berichtete ich ihm, was ich erlebt hatte. Seine Neugier war geweckt. Wir erkannten, dass ich tats\u00e4chlich durch die Zeit gereist war. Er bot mir an, auf dem Schloss zu bleiben und versprach, mir zu helfen, wieder in meine Zeit zur\u00fcckzukehren.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir suchten tagelang nach einem Hinweis. Endlich! In einem vergilbten Buch lag ein kleiner Zettel. Darauf stand ein Gedicht, welches wir zu entschl\u00fcsseln versuchten. Nach einigem R\u00e4tseln hatten wir es geschafft. Die L\u00f6sung war, an Vollmond, um Mitternacht, ein zermahlenes Kraut unter der Zunge zergehen und sich dabei auf der Lichtung auf den Boden fallen zu lassen. Au\u00dferdem musste man ganz fest an den Ort und die Zeit denken, in die man wollte. Doch dieses Kraut zu bekommen, war gar nicht so leicht. Wir verglichen jedes Kraut im Kr\u00e4utergarten mit der Abbildung auf dem Zettel, doch wir konnten es einfach nicht finden.<\/p>\n\n\n\n<p>V\u00f6llig frustriert lief ich in den Wald und lie\u00df mich auf den Boden fallen. Das konnte doch nicht wahr sein! Zwar waren hier alle sehr nett, doch ich wollte nicht f\u00fcr immer hierbleiben. Da pikste mich etwas in den Po. Als ich aufstand, sah ich, dass ich genau auf dem Kraut gesessen hatte, das wir suchten.<\/p>\n\n\n\n<p>Gerade noch rechtzeitig vor dem n\u00e4chsten Vollmond hatten wir alles vorbereitet. James begleitete mich zur Lichtung. Dort angekommen h\u00f6rte ich wieder ein Miauen. Bevor ich James darauf ansprechen konnte, rief er: \u201eMinki, da bist du ja endlich wieder, ich habe dich so lange vermisst!\u201c Die kleine schwarze Katze, strich schnurrend um James\u2018 Beine. James b\u00fcckte sich und nahm ihr das glitzernde Halsband ab. Er legte es mir verlegen um mein Handgelenk und fl\u00fcsterte: \u201eVergiss mich nicht!\u201c \u201eNiemals!\u201c, erwiderte ich, und hauchte ihm einen Kuss auf die Wange. Schnell drehte ich mich um, damit er meinen roten Kopf nicht sehen konnte. Ich nahm das Kraut in den Mund, lie\u00df mich fallen und knallte auf den Boden. Warum hatte es nicht funktioniert? Hatten wir den Hinweis doch falsch entschl\u00fcsselt? Da fiel es mir wieder ein. Ich musste an den Ort und die Zeit denken, in die ich wollte. Ich richtete mich auf und sah noch einmal in James\u2018 Augen. Er nickte mir zu. Der n\u00e4chste Versuch klappte. Ich wurde hochkatapultiert und lag im Turm auf dem kalten Boden. Leise schlich ich mich in mein Zimmer und schlief sofort ein. Am n\u00e4chsten Morgen erinnerte nur noch das glitzernde Band an das, was ich erlebt hatte. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Junia Perrot; Foto KI-generiert mithilfe von ChatGPT Fast zwei Monate war es nun schon her, dass meine Eltern mir verk\u00fcndeten, dass ich auf ein Internat gehen solle. Damals war ich ganz und gar nicht begeistert, aber ich beschloss, es wie einen Neuanfang zu sehen. Eine Woche sp\u00e4ter war es soweit. 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