von Lina Kurth; Foto KI-generiert mithilfe von ChatGPT

Es war im Jahre 2500. Die Welt lag in Zerstörung. Seit Jahren schon gab es kaum noch Bäume, die Luft war verschmutzt und die Häuser und Bauten brüchig. Die Menschen trugen Filtermasken, da sie da sie sonst durch die dreckige Luft eine Vergiftung erleiden würden. Seit zehn Jahren arbeitete die Forschungsgruppe KI an einem Projekt. Sie kreierten eine neue Welt, eine Welt, auf der es all das gab, was sie hier auf der Erde nicht mehr hatten.

Und heute war der Tag gekommen, der sogenannte „Umzug“. Die verbliebenen Menschen auf der Welt waren dazu aufgefordert worden, ihre Sachen zusammenzupacken und zu den Sammlungsorten zu kommen. Dort waren mehrere Raketen aufgebaut worden. Die Menschen wurden verschiedenen davon zugeteilt und liefen auf die einzelnen Raumschiffe zu.

Sky ging in die entgegengesetzte Richtung. „Wo willst Du hin?“, rief ihre Mutter. „Bin gleich da!“ Ihr rannen die Tränen über das Gesicht. Sky freute sich zwar auf den Umzug und endlich diese kaputte Welt zu verlassen, aber da gab es noch etwas, das sie erledigen musste. Sie legte eine einzelne rote Plastikrose auf ein kleines Grab. „Tschüss, Sparkel“, flüsterte sie. Sky würde ihren kleinen Hund, der schon vor einigen Jahren an all dem Dreck in der Luft verstorben war, immer vermissen. Seufzend stand sie auf und machte sich auf den Weg zurück.

Sky und ihre Familie waren bei den letzten Personen, die eines der Raumschiffe betraten. Kaum waren sie drinnen in einem großen Raum angekommen, kamen Leute in schwarzen Kitteln und schlossen ihre Filtermasken mit Schläuchen an große Geräte. Währenddessen kam eine Durchsage: „Hallo, liebe Gäste, ich freue mich sehr, Sie alle bald in unserer neuen, besseren Welt begrüßen zu dürfen!“. Jubel brandete auf, dann ging die Durchsage weiter: „Unsere Crew, die Leute in den schwarzen Kitteln, werden Ihnen gleich das Gepäck abnehmen und Sie dann zu ihren persönlichen Robotern führen. Die Roboter werden Ihr Gepäck tragen und sie werden Ihnen, wenn wir in der neuen Welt ankommen, alles erklären und zeigen. Danke und einen schönen Flug!“ Die großen Geräte, an die sie mit ihren Filtermasken angeschlossen waren, entpuppten sich als ihre persönlichen Roboter.

Sky schaute sich verwundert um, aber da leuchtete ihr Gerät schon auf. Man konnte zwei helle Augen erkennen, eckige Arme und Beine und ein Loch, das den Mund darstellen sollte. Eine ruhige blecherne Stimme ertönte: „Hi, ich bin Ed. Du musst Sky sein, meine Zugeteilte. Ich freue mich, dich über die neue Welt zu unterrichten und dich genügend auf sie vorzubereiten.“ Sky fing aufgeregt an zu spekulieren: „Wird es auf der neuen Welt Pflanzen und solche fliegenden Boards geben, wie die Forschungsgruppe es versprochen hat und wie lange geht der Flug eigentlich?“ „Langsam, langsam, beruhig dich erst mal. Der Flug dauert drei bis vier Stunden, da die KI einen neuen Antrieb entworfen hat, und es wird…“ Nach drei Stunden waren selbst Sky die Fragen ausgegangen. Genau im richtigen Moment, denn nun kam erneut eine Ankündigung: „Liebe Gäste, wir werden in 30 Minuten landen. Bitte begeben Sie sich auf eines der roten Felder auf dem Boden.“ Sky rief Ed schnell zu sich. Gemeinsam platzierten sie sich auf einem roten Feld. Man konnte erkennen, dass es eine Art Fallklappe war, aber da tippte Ed Sky von hinten an. In seinem riesigen, metallenen Brustkorb war eine Klappe aufgegangen, in der ein Stuhl eingebaut war. Ed hob Sky sanft hoch und setzte sie in den Sitz. Kaum hatte sie den Stuhl berührt, schob sich eine Glaskuppel über sie. Dadurch entstand ein kleiner Hohlraum, aus dem Sky hinausschauen konnte. An der Wand konnte man einen Countdown sehen. Nur noch 20 Minuten! Sky spürte ein aufgeregtes Kribbeln in ihrem Bauch. Sie war gespannt, wie die neue Welt aussehen würde: alles elektrisch und modernisiert oder doch eher wie die alte Welt, die sie von Fotos kannte? Ed hatte ihr zwar viel über die neue Welt erzählt, aber nicht, wie genau sie aussehen würde. Doch gerade, als sie Ed noch eine Frage stellen wollte, hörte sie wieder eine Durchsage: „Wir landen in zehn Minuten! Sie sollten jetzt in Ihren Robotern sitzen und die Glaskuppel über Ihnen geschlossen sein. Sie können nun auch Ihre Filtermasken abnehmen, da Ihr Roboter die Luft automatisch filtert. Wenn wir landen und Sie dann die neue Welt betreten, müssen Sie sich erst mal an das gesunde Klima gewöhnen!“ Nun steigerte sich die Aufregung in Sky nur noch mehr. Sie konnte es kaum abwarten, wie es sein würde. Doch plötzlich gab es einen dumpfen Aufprall. Sie waren gelandet! Die runde Fläche, auf der Sky mit Ed stand, klappte langsam nach unten, so dass eine Art Mini-Rampe entstand, auf der Ed gemütlich hinunterspazieren konnte. Nun stand er auf weicher Erde mit kleinen… „Was war das?“ Sky runzelte die Stirn. „Warte, das waren Blumen, Blumen und Gräser!“ Sky konnte es nicht fassen. Sie schaute nach oben in einen strahlend blauen Himmel, es war kein Dreck zu sehen. Da erblickte sie eine süße, gemütliche Stadt. Sie wirkte etwas angsteinflößend, da sie wie ausgestorben wirkte. Klar, es waren noch keine Menschen vor ihnen hier, außer der Forschungsgruppe… Ed öffnete die Glaskuppel, die Sky bis vor einem kurzen Moment noch von der Außenwelt getrennt hatte. Zuerst bekam sie Panik. Sie hatte ja keine Filtermaske auf! Doch dann, als sie ihren ersten Atemzug nahm und die Natur roch, staunte sie. Sky atmete zum ersten Mal seit vielen Jahren wieder klare, frische Luft ein. Sie kletterte sofort aus der Kapsel hinaus und ließ sich auf die warme Erde fallen. An ihren Armen und Beinen konnte sie die weichen Blumen spüren. Plötzlich hörte sie ein Summen. Sie drehte sich in die Richtung, aus der das Geräusch kam. Ein winziges, flauschiges Wesen mit zärtlichen, fast durchsichtigen Flügelchen flog an ihr vorbei. Sein Fell war schwarz-gold gestreift und hatte ein weißes Ende. Sky suchte nach ihrer Familie, aber da sah sie auch schon, wie ihre Mutter ihr zuwinkte. Sie stellte sich schnell zu ihnen und fing fast zeitgleich mit ihrem Bruder an loszureden: „Ist das nicht krass und…“ Sky und ihr Bruder Zane schauten sich an, dann mussten sie lachen. Als Sky sich beruhigt hatte, sagte sie: „Es ist wirklich so cool hier!“ Zane nickte und erwiderte „Ja, und ich habe aufgeschnappt, dass es hier diese fliegenden Boards geben soll!“ „Cool!“, quietschte Sky. Da riefen ihre Eltern: „Kommt ihr?“, Sie waren schon fast 20 Meter weitergelaufen als Zane und Sky. „Hey, wartet!“, rief Zane. Genau in dem Moment, als Sky loslaufen wollte, tippte Ed ihr auf die Schulter: „Tipp bitte mal auf diesen Knopf.“ Er deutete auf einen Knopf an seinem Arm. Sky zögerte kurz, dann drückte sie auf den Knopf. Auf der Stelle verwandelte sich Ed in ein schwebendes Board. Sky staunte, dann stellte sie sich vorsichtig auf das Board. Ihr Bruder tat es ihr gleich mit seinem Roboter. Kaum hatten sie einen stabilen Stand eingenommen, schossen die Boards nach vorne und überholten ihre Eltern mit Leichtigkeit. Aus irgendeinem Grund wussten die Roboter, wo sie hinmussten, da sie nach einer Weile vor einem großen, schönen Haus hielten.

Alles hier war neu und irgendwie falsch. Nichts hatte sie richtig darauf vorbereiten können, nicht einmal Ed. Sky hüpfte von ihrem Board. Der Boden gab federnd nach. So etwas gab es in der alten Welt aus Beton nicht! Vorsichtig ging Sky die Treppen hinauf auf das Haus zu. Grüne Blätter, bunte Farben, alles war neu und etwas beängstigend. Sky wusste nicht genau, wie gut sie sich einleben würde. Doch da sprang die Tür auf und etwas Wuscheliges, Weißes rannte ihr entgegen. SPARKEL?! Sie konnte ihr Glück kaum fassen! Sky drehte sich um und sah in das strahlende Gesicht ihrer Mutter. „Überraschung! Auch das kann die Wissenschaft heute,“ sagte sie und lachte glücklich. Sky drückte Sparkel an sich und der bellte aufgeregt. Jetzt fühlte es sich endlich wie ein richtiges neues Zuhause an.

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