von Sofia Davidovic; Foto von Frau Fortunato

Im Rahmen der diesjährigen SchulKinoWochen in Hessen besuchte die Italienisch-AG am 13. März die jugend-kultur-kirche sankt peter in Frankfurt, um gemeinsam den italienischen Film „Cinema Paradiso“ zu schauen.

Cinema Paradiso handelt von Salvatore di Vita, der in einem kleinen, fiktiven Fischerdorf in Sizilien namens Giancaldo in den 1940er Jahren aufwächst. Schon in jungen Jahren stirbt sein Vater an der Front, sodass Salvatore, auch Totó genannt, gemeinsam mit seiner jüngeren Schwester von seiner Mutter unter armen Verhältnissen großgezogen wird. Sein einziger Lichtblick zu dieser Zeit sind das Cinema Paradiso, in dem sich das ganze Dorf versammelt, und der Filmvorführer Alfredo.

Die Filme an der Leinwand im Cinema Paradiso werden noch in Schwarz-Weiß gezeigt. Außerdem sind Kussszenen nach Anordnung des örtlichen Papstes herausgeschnitten.

Anfangs möchte Afredo nicht, dass Totó bei ihm ist und wie er ein Filmvorführer wird. In seinen Augen ist Totó viel zu klug für eine solche Arbeit. Doch im Laufe des Films lässt sich Alfredo umstimmen und bringt Totó schließlich die Kunst des Filmvorführers bei.

Eines Tages jedoch geschieht ein Unglück: Der Film fängt Feuer und das ganze Cinema Paradiso brennt ab. Am schlimmsten trifft es Alfredo, der durch den Brand erblindet und sich kaum noch bewegen kann.

Das Dorf ist erschüttert. Ihr bedeutsames Kino ist abgebrannt. Doch ein ehemaliger Dorfbewohner, welcher zuvor im Lotto gewonnen hat, entscheidet sich dazu, das Cinema Paradiso erneut aufzubauen.

Alfredos Arbeit soll Totó übernehmen, während er weiterhin zur Schule geht. Und so ruft das neue Kino erneut die Bewohner zu sich, doch diesmal nach Totós Geschmack. Er lässt die Kussszenen nicht mehr aus, was das Dorf begeistert und dazu führt, dass die Bewohner den ganzen Tag Filme schauen.

Im Laufe des Filmes verliebt sich Totó zudem in die wunderschöne Elena, doch ihre Beziehung verläuft schwierig, da sie aus unterschiedlichen Verhältnissen stammen. Nach der Schule verlässt Totó das Dorf und tritt seinen Wehrdienst an.

Als er zurückkehrt, ist jedoch nichts mehr so wie früher. Das Dorf ist wie leergefegt und das einst so geliebte Cinema Paradiso geschlossen. Alfredo drängt Totó dazu, nicht mehr in diesem Dorf zu bleiben, da es für ihn dort keine Zukunft gebe. Er sagt ihm, er solle nie mehr zurückblicken und etwas aus seinem Leben machen.

Totó ist zwiegespalten. Einerseits plagen ihn nostalgische Gefühle gegenüber seinem Dorf, andererseits erkennt er auch, dass er seinem alten Leben niemals entkommen und sich weiterentwickeln kann, wenn er das Dorf nicht verlässt.

So entscheidet er sich schließlich dafür, nach Rom zu ziehen, wo er sich als Filmregisseur ein neues Leben aufbaut.

30 Jahre später stirbt sein alter Freund Alfredo, weshalb ihn seine Mutter bittet, zurückzukehren und bei der Beerdigung Alfredos dabei zu sein. Trotz seiner Zweifel und Angst vor den zurückkehrenden Erinnerungen reist Totó wieder nach Giancaldo. Hier nimmt der Film eine extrem emotionale Wendung, da Totó nicht nur um Alfredo trauert, sondern auch von Nostalgie überwältigt wird und ihn das Wiedersehen mit seinem alten Zuhause ihn tief berührt.

Am Ende des Filmes schaut sich Totó in dem heruntergekommenen Cinema Paradiso eine Filmrolle mit aneinandergereihten Kussszenen an, die von Alfredo nach Anordnungen des Papstes herausgeschnitten und im Kino zurückgelassen worden sind. Jene Filmszene hat Totó schon als Kind sammeln wollen, doch Alfredo hat ihm damals gesagt, er würde sie ihm nur geben, wenn er nie wieder ins Cinema Paradiso gehe. Genau das hat Salvatore getan, weshalb der Film ein rundes Ende nimmt. Dies ist der letzte Film, der jemals im Cinema Paradiso abgespielt worden ist, denn kurz darauf ist das alte Gebäude abgerissen worden.

Der Film befasst sich vor allem mit nostalgischen Gefühlen und Erinnerungen, aber auch mit der Liebe zum Kino, da Totó, obwohl er kein Filmvorführer geworden ist, eine erfolgreiche Karriere als Filmregisseur eingeschlagen hat. Zudem zeigt uns der Film das Kino als einen Ort der Kultur und verdeutlicht, wie sehr es das Dorf verbunden hat.

Was mir persönlich am besten gefallen hat, war vor allem die Darstellung. Anders als bei heutigen Filmen waren die Szenen im Cinema Paradiso extrem lang und gefühlvoll, sodass man komplett in den Film eintauchen konnte und Teil von Totós Erinnerungen wurde. Am Ende des Filmes habe ich mich vermutlich genauso emotional berührt gefühlt wie Totó.

Ich bin sehr dankbar, dass ich diesen Film sehen konnte, denn obwohl Cinema Paradiso 1990 den Oscar für den besten fremdsprachigen Film gewonnen hat, hätte ich ihn ohne diesen Ausflug wahrscheinlich nie entdeckt. Ich kann den Film auf jeden Fall weiterempfehlen, vor allem, wenn man einmal abschalten und entspannen möchte.

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