– DIE TRIBUTE VON PANEM: THE HUNGER GAMES
von Ole Steffen; Foto von Pixabay
Vor langer Zeit zerstörte ein Atomkrieg die gesamte Erde. Aus den Trümmern erhob sich auf dem ehemaligen amerikanischen Kontinent ein neuer Staat – Panem. Die fähigsten Leute regierten das Land von der Hauptstadt, dem Kapitol, während mehrere Distrikte wichtige Ressourcen lieferten. Im Laufe der Zeit kam es dazu, dass die Distrikte völlig verarmten, während die Leute im Kapitol immer reicher und abgehobener wurden, bis die meisten nur noch zum Vergnügen lebten und Schmuck zu einer wertvolleren Ressource als Holz oder Getreide wurde. So kam es zu einem unausweichlichen Krieg, den die Hauptstädter gewannen und mehrere Distrikte völlig zerstört hinterließ. Um die Distrikte für ihre Taten zu bestrafen und gleichzeitig die Langeweile der Kapitolbewohner zu stillen, entwickelte die Regierung, allen voran der sadistische Präsident Coriolanus Snow, ein jährliches Event – die Hungerspiele.
Jedes Jahr werden aus jedem der zwölf noch bestehenden Distrikte ein Junge und ein Mädchen ausgelost. Diese 24 Kinder müssen darauf in einer mit Fallen, verschiedenen Landschaften und Waffen ausgestatteten Arena gegeneinander kämpfen, bis nur noch ein Kind übrigbleibt. Dieses Kind wird zwar zum gefeierten Fernsehstar, muss allerdings damit leben, anderen das Leben genommen zu haben.
Und da beginnt die Geschichte in Distrikt 12, dem ärmsten aller Distrikte, wo sich die 17-jährige Katniss Everdeen freiwillig für die Hungerspiele meldet, um ihre kleine Schwester davor zu schützen. Kurz darauf lernt sie das männliche Tribut aus 12 kennen, den gleichalterigen Peeta Mellark. Dank ihres dauerhaft alkoholisierten Mentors und ehemaligen Siegers Haymitch Abernathy stehen Katniss‘ Chancen, Bündnisse innerhalb der Hungerspiele zu schließen, schlecht. Im Verlauf muss Katniss realisieren, dass die gegnerischen Tribute nicht der wahre Feind sind. Obwohl sie versucht, Peeta keine Beachtung zu schenken, fängt sie an Gefühle für ihn zu entwickeln und beginnt den Weg in die Arena, mit dem Wissen, dass nur einer überleben kann…
Die seit 2008 laufende Buchreihe „Die Tribute von Panem“ der Autorin Suzanne Collins gehört zu den beliebtesten Romanen im Bereich Dystopie, Romantik und Fantasy. Bis heute schreibt Collins noch an den Büchern, wobei die Trilogie („Tödliche Spiele“, „Gefährliche Liebe“, „Flammender Zorn“) schon fertiggestellt ist. Allerdings werden immer mehr Prequels, also Vorgeschichten, veröffentlicht – vor Kurzem erst die Romane „Das Lied von Vogel und Schlange“ und „Der Tag bricht an“, in denen die Vorgeschichte beliebter Protagonisten und Antagonisten behandelt wird. Vier Romane des Panem-Franchise wurden auch schon verfilmt.
Meine Meinung zu der Reihe ist sehr positiv. Sie ist spannend geschrieben und packend. Vor allem der erste Roman regt die Leserinnen und Leser dazu an, über moralische Fragen nachzudenken, zum Beispiel, ob es vertretbar ist, anderen Menschen das Leben zu nehmen, um sich selbst zu retten oder ob unendlicher Reichtum einen Menschen verändern kann. Ich mag es auch, dass alle Charaktere, selbst die eher unwichtigen, nicht einseitig, sondern mit echter Charakterentwicklung dargestellt werden. In vielen Szenen kann man als Leser mitfiebern und durch viele Plot Twists ist nie sicher, wie es weitergeht. Ich würde die Haupttrilogie jedem ab 11 bis 12 Jahren empfehlen; das FSK der Filme zwischen 12 und 16 Jahren. Wer vielseitige Geschichten und gut aufgebaute, leicht dystopische Storylines mag, ist hier genau richtig. „Die Tribute von Panem“ behandelt neben Rebellion auch Themen wie Hoffnung und Liebe und vermittelt so auch für jüngere Leserinnen und Leser wichtige Botschaften über Mut und Respekt vor dem Leben.
