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Wir leben im 21. Jahrhundert, in einer Zeit, in der alles vom System bestimmt ist. Auch du und ich sind ein Teil des Systems, wir sind beide angepasst. Man geht sehr leicht verloren und verliert den Überblick über das System, denn du und ich, wir alle, sind ein kleiner Teil des Systems. Alle haben sich angepasst, um in der Gesellschaft Erfolg zu haben. Ich frage dich nun: Kann man nur als angepasster Teil des Systems erfolgreich sein oder hat man auch als Rebell, der noch nie gern gesehen war, eine Chance auf Erfolg? Um auf diese Frage eine Antwort zu erhalten, müssen wir in die Zeit zurückschauen…

Sturm und Drang, die Epoche der großen Denker, der Rebellen, des Gefühlskults – in keiner anderen Epoche rebelliert man so sehr gegen gesellschaftliche Konventionen wie in dieser. Die Gesellschaft zwang die Menschen zur Anpassung an das System, aber im Gegensatz zu heute ließen sich die Menschen dies nicht gefallen. Johann Wolfgang von Goethe, einer der größten Genies der damaligen Zeit, schrieb von verschiedenen Lebensmodellen (vgl. M2 (,,Götz von Berlichingen“) und M3 (,,Die Leiden des jungen Werthers“), anhand von Geschichten, welche jedoch letztlich zum Tod der Protagonisten führten. Werther zum Beispiel wird ,,gespielt wie eine Marionette“(M3, Z.29) und sieht keinen anderen Ausweg, als sich selbst einzusperren. Letztlich bringt er sich um.

Anpassung ist nun einmal der Urinstinkt des Menschen, um zu überleben. Meiner Meinung nach kann man nicht erfolgreich sein, zumindest nicht so einfach wie durch Anpassung, wenn man rebelliert. Das System lässt keinen Erfolg von Rebellen zu oder versucht diesem Erfolg entgegenzuwirken. Ein gutes Beispiel ist dafür die Schule: Rebellierst du nämlich gegen die Lehrer, auch wenn dies berechtigt sein kann, können sie dir eine schlechte Note geben und schlechte Noten können dich stark behindern auf deinem Weg zum Erfolg. Passt du dich jedoch dem System an, hörst darauf, was man dir vorschreibt, befolgst die Regeln, egal wie inakzeptabel sie auch sein mögen, bist du auf einem guten Weg, schulischen Erfolg zu erlangen. Ich selbst kann mich als Beispiel nehmen, denn als ich mich ein einziges Mal gegen einen Lehrer behaupten wollte, kostete mich dies nicht nur meine Note, sondern auch meine Versetzung. Als ich jedoch anfing mich anzupassen, bemerkte ich, wie sehr sich meine schulischen Leistungen verbesserten. Worin lag nun der Unterschied? Richtig, ich habe aufgehört zu rebellieren. Wenn du von klein auf gesagt bekommst, dass du gesellschaftliche Konventionen befolgen musst, wirst du merken, dass du erfolgreicher bist, als du es wärst, wenn du rebelliert hättest.

Wir können auch einen Schritt weiter gehen, nämlich in die Arbeitswelt. Folgende Situation: Du, eine Person, die versucht, gegen gesellschaftliche Konventionen zu rebellieren, und Simon, der sich den gesellschaftlichen Konventionen angepasst hat, bewerben sich für eine Arbeitsstelle in einer Bank. Wer, denkst du, wird eher angenommen werden? Simon, denn er befolgt Regeln und tut, was man ihm sagt und lehnt sich nicht auf, wenn ihm etwas nicht passt. Du hingegen bist dann arbeitslos. Blöd gelaufen, oder? Willkommen im 21. Jahrhundert!

Man kann damit sogar bis in die Politik schauen. Die Politiker sehen nicht gerne Leute, die gegen ihre Politik sind. Als Paradebeispiel nehmen wir den jetzigen US-Präsidenten Donald J. Trump. Bist du nicht so, wie er dich haben will, will er dich nicht in den USA sehen. Zum Beispiel: Trump passen die Muslime nicht, weshalb er ein Einreiseverbot für Muslime verordnete. Ist er aber nicht so, wie die Republikaner ihn haben wollen, kann er seine politischen Ziele nicht durchsetzen, weil er ihre Stimmen nicht erhält. Siehst du, selbst Präsidenten sind Marionetten, denn auch sie müssen sich anpassen. Jeder sieht wie Leute, die sich nicht den gesellschaftlichen Konventionen anpassen, von der Gesellschaft isoliert werden. Diejenigen, die sich anpassen, kommen leichter durchs Leben und ihnen wird Erfolg vom System zugeschrieben. Das heißt nicht, dass du so sein musst wie alle anderen, so wie es auch Sibylle Berg beschreibt, dass wir in einer Welt leben, wo alle in sozialen Medien gleich sind, zumindest sich so präsentieren. Du kannst anders sein, aber nur soweit, dass du dich trotzdem im Rahmen der gesellschaftlichen Konventionen bewegst. Auch ich bewege mich im Rahmen der gesellschaftlichen Konventionen. Ich bin auch ein Teil von Gesellschaftsgruppen. Heutzutage ist es gut sich in Gruppen zurückziehen zu können. Denn wenn man sich über gesellschaftliche Konventionen beschweren, aber auch erfolgreich sein will, sollte man einen Rückzugsort haben, wo man sich darüber ärgern kann. In meinem Fall sind es die Gruppen, denn diese versuchen, denn diese versuchen einander zu behüten.

Letztlich kann man sagen, dass der beste Weg ist sich anzupassen, um Erfolg zu haben. Man muss jedoch nicht gleich sein wie die anderen, sonst würden wir in einer Welt voller Roboter leben. Aber wenn man Erfolg haben will, sollte man auch nicht so anders sein, dass man sich nicht mehr im Rahmen der gesellschaftlichen Konventionen bewegt. Aber jeder muss für sich selbst entscheiden, was wichtiger für ihn ist. Willst du Erfolg haben oder willst du frei sein und dich gegen die Gesellschaft stellen?

 

Der Essay entstand im Rahmen des materialgestützten Schreibens während des Deutschunterrichts (E2, Schuljahr 2016/2017) unter der Leitung von Frau Lau.

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