von Marlo Grelnet, Paul Neunobel; Foto von Pixabay
Bestimmt habt ihr schon einmal von günstigen Online-Shops wie Temu, Shein oder AliExpress gehört. Diese bieten verschiedenste Produkte zu meist sehr niedrigen Preisen an. Das klingt zwar zunächst verlockend, jedoch haben diese Anbieter auch Schattenseiten. Von diesen Schattenseiten möchten wir euch in diesem Artikel berichten.
In den letzten Jahren berichten immer mehr Nachrichtensender, wie NTV, Welt oder Spiegel, von den verschiedenen Mängeln dieser Anbieter. Ihnen werden schlechte Arbeitsbedingungen, Steuerhinterziehung, Umweltverschmutzung sowie fehlende Qualität bei den Produkten vorgeworfen.
Werfen wir zunächst einen Blick auf die schlechten Arbeitsbedingungen. Allen drei Anbietern wird Zwangsarbeit vorgeworfen, zudem wurden bei Shein im Jahr 2023 Fälle von Kinderarbeit aufgedeckt. Die Arbeiterinnen und Arbeiter verdienten außerdem meist deutlich unter dem deutschen Mindestlohn, der zum 1.1.2025 12,82 Euro beträgt, und arbeiteten oft mehr als 75 Stunden pro Woche. Das wären knapp 40 Stunden mehr, als ein Vollzeitbeschäftigter in Deutschland arbeitet. Genaue Zahlen und Daten zu den Arbeitsbedingungen zu finden ist schwer, da die Unternehmen sehr intransparent mit diesen Informationen umgehen.
Neben den schlechten Arbeitsbedingungen stehen diese Unternehmen auch wegen möglichen Steuerbetruges in der Kritik. Sie transportieren ihre Produkte oft einzeln verpackt nach Europa, um so die Zollgebühren, die erst ab bestimmten Beträgen gefordert werden, zu umgehen. Dies führt Schätzungen zufolge in Europa zu Verlusten in Milliardenhöhe, jedoch weisen die Anbieter diese Vorwürfe zurück.
Ein weiteres Problem, das oft ignoriert wird, ist die umwelt- und gesundheitsschädliche Produktion. In vielen Produkten wurden Schadstoffe gefunden, von denen einige sogar krebserregend sind. Zu den krebserregenden Stoffen zählen, z. B. Phthalate und Formaldehyd. Unter anderem wurde in den Produkten auch Blei gefunden. Dies ist für die Konsumentinnen und Konsumenten und für die Arbeitskräfte gefährlich. Zudem entsorgen sie ihre Abfälle meist nicht ordnungsgemäß, was zu Boden- und Wasserverschmutzungen führt und die lokalen Ökosysteme schädigt.
Kommen wir zum Schluss noch zur fehlenden Produktqualität. Kundenberichten zufolge entsprechen die zugestellten Produkte oft nicht den Darstellungen im Internet. Häufig kommen Produkte auch beschädigt an und der schlechte Kundenservice erschwert die Rückgabe. Laut tagesschau.de wurde ebenfalls festgestellt, dass über 95 Prozent aller Spielzeugwaren auf Temu gegen die EU-Sicherheitsvorschriften verstoßen und erhebliche Risiken für Kinder darstellen.
Insgesamt kann man sagen, dass die Produkte von Temu, Shein und AliExpress zwar günstig sind, aber dafür viele Menschen zu unmenschlichen Bedingungen arbeiten müssen und unter der billigen Produktion die Qualität der Produkte massiv leidet. Dazu kommt außerdem noch die Umwelt, die durch verschiedene Chemikalien und nicht ordnungsgemäße Müllentsorgung großen Schaden nimmt.