von Slaven Vucenovic; Foto von Pixabay

Die englische Monarchie existiert GEO.de zufolge seit über 1000 Jahren. Viele Britinnen und Briten sehen ihren König als lebendiges Symbol der Geschichte und Kultur. Dabei ist er Staatsoberhaupt ohne Parteipolitik und hat eine überwiegend repräsentative Rolle, ähnlich wie unser Bundespräsident. Auch in Deutschland interessieren sich viele Menschen für die Royals. Doch braucht England, ein modernes Land im 21. Jahrhundert, überhaupt noch einen König?

Die königliche Familie erhält jährlich erhebliche staatliche Mittel. Nach Angaben der Tagesschau überwies der britische Staat im Jahr 2022 rund 86 Millionen Pfund an den Palast, unter anderem für Personal, Reisen und Palastkosten, obwohl der König über ein großes Privatvermögen verfügt. Der Tagesschau zufolge schätzt ein Rechercheteam des „Guardian“ das Vermögen von König Charles III. auf rund 18 Milliarden Pfund, darunter Immobilien wie Balmoral und Sandringham, ein umfangreicher Fahrzeug- und Kunstbestand sowie Firmenanteile. Wie die Tagesschau weiter erläutert, erwirtschaftet allein das Herzogtum Lancaster jährlich etwa 20 Millionen Pfund, zusätzlich zu vergleichbaren Einnahmen aus dem Herzogtum Cornwall, die an Prinz William gehen.

Auch die Frage der Transparenz sorgt für Kritik. Die Organisation „Republic“ kommt laut Tagesschau, die die finanzielle Gesamtbilanz der Monarchie bis heute schwer durchschaubar findet, in einem umfassenderen Kostenmodell auf rund 345 Millionen Pfund pro Jahr.

Hinzu kommt die Frage der demokratischen Legitimation: Das Amt des Monarchen wird nicht gewählt, sondern vererbt. Für Monarchiegegner steht dies im Widerspruch zu modernen demokratischen Werten des 21. Jahrhunderts. Ein König wird nicht gewählt, weil er für das Amt besonders geeignet wäre, sondern er übernimmt es aufgrund seiner Geburt in eine bestimmte Familie. Meiner Meinung nach wäre es besser, wenn jemand aus der Politik, der dafür geeignet ist, gewählt wird.

Letztlich braucht ein Land im 21. Jahrhundert keinen erblichen Monarchen mehr. Die Monarchie ist ein Symbol vergangener Zeiten, das auf Tradition und Geburt statt auf Leistung oder demokratischer Legitimation beruht. Die nationale Identität Englands heute ließe sich auch ohne König bewahren, etwa durch ein demokratisch gewähltes Staatsoberhaupt, wodurch die Monarchie letztlich überflüssig würde.

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